Open-Source

Die Linux-Woche im Rückblick

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Diese Woche ist eine neue Kernel-Version zu vermelden. Dazu gibt es aktualisierte Distributionen und neues Futter für Linux-Zocker.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Neuerungen in KW 12 in Sachen Linux. Mit etwas Verzögerung hat Linux-Vater Linus Torvalds Kernel 3.3 ausgegeben. PearOS 4 sieht Mac OS X recht ähnlich und Ubuntu 12.04 befindet sich im Beta-Freeze. Es gibt einen zweiten Meilenstein von openSUSE 12.2 und der Nachfolger des Kultspiels Wasteland wird definitiv für Linux kommen.

Linux-Kernel 3.3

Linus Torvalds hatte einen siebten Release-Kandidaten eingeschoben, weil es ihm etwas zu hektisch war. Aus diesem Grund hat sich Kernel 3.3 um etwas eine Woche verzögert. Nun ist die finale Version allerdings freigegeben und lässt sich wie üblich von kernel.org beziehen.

Zu den Highlights gehören besseres Bonding von Netzwerk-Schnittstellen. Aus das Ändern der Größe von ext4-Dateisystemen, die sich im Status Online befinden, hat sich verbessert. Des Weiteren wurde Open vSwitch aufgenommen. Das Dateisystem Btrfs kann nun Balance-Operationen pausieren und wieder aufnehmen. Zwischen verschiedenen RAID-Ebenen lässt sich auch ein Restriping durchführen. Byte Queue Limits sollen das so genannte Bufferbloating bekämpfen. Darüber hinaus haben die Entwickler Unterstützung für EFI-Boot eingepflegt und der Kernel unterstützt ab dieser Version die Architektur Texas Instruments C6X.

Eine ebenfalls wichtige Neuerung ist, dass die Android- und kernel-Entwickler einen gemeinsamen Nenner gefunden haben und diverse Android Subsysteme wurde in den Kernel aufgenommen. Mit dieser Ausgabe öffnete sich auch zweiwöchige Merge-Fenster für Kernel 3.4.

Ubuntu 12.04 Precise Pangolin im Beta Freeze

Die kommende Ubuntu-Ausgabe befindet sich seit wenigen Tagen im Beta-Freeze. Ab jetzt werden alle Änderungen manuell eingepflegt und sorgfältig überprüft. Unity 5.8 fehlt allerdings noch. Bis zur finalen Version wird die eigenentwickelte Desktop-Oberfläche in einer neue Version allerdings vorhanden sein.

openSUSE 12.2 Milestone 2

Die openSUSE-Entwickler haben einen zweiten Meilenstein auf dem Weg zu openSUSE 12.2 zum Testen bereitgestellt. Mit von der Partie befinden sich Grub2, Plymouth und GCC 4.7. Ebenso arbeitet man an URSMerge. Dabei handelt es sich um das Verschieben der Verzeichnisse /bin, /sbin, /lib und /lib64 nach /usr. Kenner der Szene wissen sofort, dass auch bei Fedora 17 dieser Schritt derzeit in der Mache ist.

Testwillige können ein DVD-Abbild von openSUSE 12.2 Milestone 2 aus dem Entwickler-Bereich der Projektseite oder von einem der zahlreichen Spiegel-Server herunterladen. Es stehen auch Live-CDs für die Architekturen i686 und x86_64 in den Geschmacksrichtungen GNOME und KDE bereit.

Bodhi Linux 1.4.0

Diese Distribution ist ein Ubuntu-Abkömmling, bringt allerdings Enlightenment als Desktop-Umgebung mit sich. Bodhi Linux 1.4.0 basiert genau wie der Vorgänger auf Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx". Eigentlich sollte noch eine Version 1.5 mit Lucid als Fundament erscheinen. Die Entwickler überlegen sich allerdings, gleich mit den Arbeiten an Version 2.0.0 zu beginnen. Diese würde dann die kommende Ubuntu-Version, 12.04 "Precise Pangolin", mit Langzeitunterstützung als Basis haben.

Bodhi Linux 1.4.0 bringt Linux-Kernel 3.2.0-19 mit sich und setzt auf Enlightenment 17 auf, welches aus den SVN-Repositories mit Stand 20. März gezogen wurde. Interessierte können ein ISO-Abbild direkt bei sourceforge.net herunterladen.

Pear Linux Comice OS 4

Schaut man unter die Haube, steckt Ubuntu Linux dahinter. Allerdings bemühen sich die Entwickler, der Distribution einen hauch von Mac OS X zu vermitteln. Dazu haben Sie auch ganz frech das Software Center in Pear Appstore umbenannt und die GNOME Shell heisst Comice OS Shell.

Als Standard-Programme finden Sie Mozilla Firefox, Thunderbird, LibreOffice, Shotwell, Clementine und Bleachbit an Bord.

Die Distribution hat laut eigenen Angaben einen geringen Hardware-Hunger. Eine x86-CPU und 512 MByte Arbeitsspeicher reichen aus, um das Betriebssystem laufen zu lassen. Es stehen Abbilder für die Architekturen x86 und x86_64 zur Verfügung.

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