Open-Source

Die Linux-Woche im Rückblick

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Ubuntu 12.04 Alpha 2 ist da. Es gibt eine neue Wartungs-Version von Debian 6 "Squeeze" und die ownCloud wurde in Version 3 mit weiteren Funktionen ausgestattet.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Neuerungen in Sachen Linux der KW5. Technik-Interessierte und Tester dürfen sich über eine weitere Alpha-Version von Ubuntu 12.04 "Precise Pangolin" freuen.

Die Entwickler von Linux Mint haben Version 12 in der Geschmacksrichtung KDE zur Verfügung gestellt. Wartungs-Ausgaben gibt es bei Debian und dem kostenlosen Klon-System Clonezilla. TAILS kümmert sich um die Anonymität im Internet und wurde ebenfalls aktualisiert.

Ubuntu 12.04 "Precise Pangolin" Alpha 2

Die größte Neuerung für Alpha 2 der beliebten Linux-Distribution ist, dass die Entwickler erstmals Abbilder für die Prozessor-Architektur ARM zur Verfügung stellen. Genau gesagt gibt es Unterstützung für ARM-CPUs mit Hard-Float ABI.

Ansonsten sind wie üblich Software-Updates eingeflossen. Darunter befinden sich Linux-Kernel 3.2.2, LibreOffice 3.5 Beta 2, Unity 5.0 und Upstart 1.4, um die wichtigsten zu nennen.

Wie üblich gibt es zeitgleich auch Alpha-2-Ausgaben diverser Ubuntu-Ableger, die offiziell unterstützt werden. Dazu gehören Ubuntu Cloud Server, Edubuntu, Kubuntu, Lubuntu, Mythbuntu und Xubuntu. Sie finden entsprechenden Download-Links für alle Derivate im technischen Überblick zu Ubuntu 12.04 Alpha 2. Dort ist auch zu lesen, dass ein Upgrade von 10.04 derzeit nicht empfohlen ist. Es gibt laut eigener Aussage noch einige bekannte Probleme mit diesem Vorgang.

Debian 6.0.4 ist verfügbar

Die vierte Ausgabe von Debian Squeeze ist eine reine Wartungs-Version. Unter anderem haben die Entwickler Sicherheitslücken in OpenOffice.org, OpenJDK 6, PostgreSQL, OpenSSL und Wireshark ausgebessert.

Wer bereits ein bestehendes System hat und regelmäßig online aktualisiert, braucht natürlich nicht neu zu installieren. Ebenso müssen Sie keine Installations-Medien aus dem 6.x-Zweig wegwerfen. Sie können diese weiterhin zum Einspielen des Systems nehmen und danach gegen die aktuellen Debian-Repositories abgleichen.

Das Changelog der vierten Squeeze-Version ist lang. ISO-Abbilder für Debian 6.0.4 finden Sie auf einem der zahlreichen Spiegel-Server.

ownCloud: Die private Datenwolke in Version 3

Neu in ownCloud 3 sind ein Texteditor, ein PDF-Betrachter, der Application Store und eine Galerie-Funktion. Darüber hinaus wurden die früheren Applikationen verbessert.

Der Application Store dient sowohl Entwicklern als auch Nutzern. Programmierer können dort ihre Software oder Erweiterungen hochladen und Anwender haben darauf Zugriff.

Der Texteditor unterstützt Syntax-Highlighting für 35 Programmiersprachen. Mittels PDF-Betrachter können Anwender PDF-Dateien ansehen, ohne ein entsprechenden Plugin installiert zu haben. Hierfür wird die Bibliothek pdf.js zu Rate gezogen.

Die Galerie-Funktion erzeugt automatisch übersichtliche Bilder-Galerien aus den hochgeladenen Fotos.

Sie finden weitere Informationen in der offiziellen Ankündigung. Die ownCloud können Sie recht einfach auf einem Linux-Server oder auch auf bei einem Webhoster installieren. Sie brauchen lediglich Apache, PHP 5.3 oder höher und MySQL oder SQLite.

Linux Mint 12 "KDE"

Das Highlight dieser Mint-Version sind die ISO-Hybriden. Damit müssen Sie nicht mehr unbedingt UNetbootin oder den Startmedienhersteller bemühen, um einen Live-USB-Stick zu erstellen. Dies lässt sich auch mittles dd durchführen. Allerdings haben Sie dann keine Möglichkeit, einen dauerhaften Speicherplatz einzurichten, wie das zum Beispiel der Startmedienhersteller tut. Wie auch bei der GNOME-Version ist Duck Duck Go nun die neue SStandard-Suchmaschine.

Dieses Mint-Derivat setzt auf KDE 4.7.4 und Kernel 3.0. Als Fundament dient Ubuntu 11.10. Allerdings scheint Linux Mint 12 "KDE" nicht ganz so ausgereift zu sein, wie der große GNOME-Bruder. Download-Links finden Sie in der offiziellen Ankündigung.

TAILS 0.10.1: The Amnesic Incognito Live System

Laut Entwickler ist TAILS 0.10.1 eine Wartungs- und Sicherheits-Ausgabe. Anwender sollten so schnell wie möglich aktualisieren. Mit von der Partie ist Kernel 3.2.1-2, wodurch die Linux-Distribution bessere Hardware-Unterstützung erhält. WhisperBack wurde auf Ausgabe 1.5.1 und MAT auf 0.2.2-2~bpo60+1 aktualisiert.

Claws Mail speichert keine Entwürfe mehr, weil PGP verschlüsselte E-Mails auf dem Server im Klartext hinterlegt werden. Die neueste Ausgabe ist im Download-Bereich der Projektseite verfügbar.

Clonezilla 1.2.12-10

Die Entwickler haben den kostenlosen Kloner mit den Debian-Sid-Repositories vom 27. Januar 2012 abgeglichen. Somit ist Linux-Kernel 3.2.1-2 der Motor dieses speziellen Linux-Derivats.

Neu ist die Option autoname. Damit lässt sich der Name für das Abbild automatisch erstellen. Mittels der Optionen z7|--lrzip-compress unterstützt Clonezilla nun auch das Kompressions-Format lrzip.

VMFS3 und VMFS5 behandelt das System getrennt. Die Unterstützunf für VMFS5 ist laut eigener Aussage noch nicht ganz ausgereift und partclone.fstype kann die beiden Dateisysteme nun unterscheiden. ISO-Abbilder für Clonezilla 1.2.12-10 gibt es im Download-Bereich der Projektseite.

PCLinuxOS KDE 2012.2

Texstar und seine Ripper-Gang haben eine aktualisierte Ausgabe der Anwender-freundlichen Distribution PCLinuxOS zur Verfügung gestellt. Das Betriebssystem bringt in erster Linie Software-Updates mit sich.

PCLinuxOS KDE gibt es in zwei Geschmacksrichtungen. Die eine bringt bereits eine gute Auswahl an prominenten Open-Source-Applikationen mit sich. MiniMe hingegen ist nur die Desktop-Software. Diese Ausgabe richtet sich an erfahrene Anwender, die lieber ihr eigenes System zusammenstellen. Sie finden hier Download-Links für die beiden ISO-Abbilder. PCLinuxOS bietet Unterstützung für über 60 Sprachen. Dazu gehört auch Deutsch.