Open-Source

Die Linux-Woche im Rückblick

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die zweite Kalenderwoche im Jahre 2012 bringt in Sachen Linux einen bunten Mix aus Desktop, Sicherheit und Server.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Neuerungen in KW 2 in Sachen Linux. In dieser Woche gibt es nicht nur eine neue Ausgabe von Astaro Security Gateway und Funduntu. Auch der Mandriva-Abkömmling Mageia bietet eine neue Testversion. Außerdem gibt es in Sachen BSD gleich drei neue Distributionen.

Astaro Security Gateway 8.3

ASG ist eine Spezial-Distribution für den Firewall- oder Gateway-Einsatz. Neu in Version 8.3 ist, dass Sie Astaro Security Gateway direkt in Amazons Elastic Computing Cloud (EC2) laufen lassen können. Ebenso gibt es einen Amazon Virtual Private Cloud Connector (VPC). Damit steht Ihnen eine dauerhafte und verschlüsselte Verbindung zur Verfügung.

In Kürze wird die Firma Astaro Wireless AP50 zur Verfügung stellen. Das Gerät bietet Bandbreiten von 5GHz und 2.4 GHz, Dual-High Gain-Antennen und Gigabit Ehternet. ASG 8.3 und höher ist damit kompatibel. Frühere Versionen können mit dem Gerät nicht kommunizieren.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Unterstützung von Site-to-Site VPN über das RED-Protokoll. Diese Technologie funktioniert ähnlich zu Site-to-Site über SSL. Mit Border Gateway Protocol Routing (BGP4) kann das neue ASG ebenfalls umgehen.

Sie finden alle weiteren Informationen in der ausführlichen Ankündigung.

Fuduntu 2012.1

Fuduntu hat eigentlich als Experiment gestartet. Der Entwickler wollte ein auf Fedora-basiertes Betriebssystem erschaffe, das so Anwender-freundlich wie Ubuntu ist. In der Zwischenzeit hat das Projekt eigene Repositories und steht komplett auf eigenen Füßen.

Mit dieser Ausgabe ändert sich auch die Numerierun der Distribution. Künftig steht die Jahreszahl vorne und die Ausgabe hinter einem Punkt. Da die Entwickler einen Schnappschuss im Quartal ausgeben möchten, werden wir dieses Jahr als letzte Version 2012.4 sehen.

Es handelt sich hier außerdem um eine so genannte "Rolling Distribution". Bestehende Installationen sollten über das Online-Update automatisch die neuesten Pakete enthalten.

Zu den Aktualisierungen gehören laut eigener Aussage Linux-Kernel 3.1.6, Chromium 16 und Adobe Flash Player 11.1.102.55. Anwender können über die Repositories unter anderem LibreOffice 3.4.3, Firefox 9 und Thunderbird 9 nachinstallieren. Fuduntu steht für die Architekturen i686 und x86_64 als installierbare Live-DVDs zur Verfügung.

Webconverger 11.0

Diese Linux-Distribution wird speziell für den Einsatz in Internet-Cafes oder auf öffentlichen Surfstationen entwickelt. Das System startet direkt in einen Browser und das war es. Als Neuerung geben die Entwickler unter anderem Iceweasel 9.0.1 an. Des Weiteren wurden kleinere Anpassungen gegenüber der Vorgänger-Version eingepflegt.

Für eine Gebühr von zirka 115 Euro können sich Anwender auch eine spezielle Version erstellen lassen. Über das Bestellformular können Sie eine Startseite wählen und ob zum Beispiel Adobe Flash und Java enthalten sein sollen. Die Standard-Ausgabe ist frei verfügbar.

Mageia 2 Alpha 3

Um Mandriva steht es nicht gut. Diese Linux-Distribution scheint dem Untergang geweiht und derzeit riecht es stark nach Konkurs. Wesentlich besser gelaunt gibt sich der Mandriva-Abkömmling Mageia. Die Entwickler haben eine dritte Alpha-Version zu Mageia 2 zur Verfügung gestellt.

Die Hersteller warnen natürlich in den Ausgabe-Notizen, dass es sich hier um Testsoftware handelt, die man nicht auf einem produktiven System einsetzen soll.

Ansonsten stellen die Entwickler insgesamt zehn Live-CDs mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen zur Verfügung. Im Prinzip sind es jeweils Versionen für i586 und x86_64 mit GNOME oder KDE. Diese ISO-Abbilder gibt es dann mit unterschiedlicher Sprachunterstützung.

Mageia 2 Alpha 3 bringt Linux-Kernel 3.2 mit sich. In der finalen Version soll aber 3.3 das Herzstück sein. Ebenso sollen in der endgültigen Ausgabe die Entwickler-Versionen von KDE und GNOME durch 4.8.0 beziehungsweise 3.4 ersetzt sein. Zusätzlich haben Anwender unter anderem Zugriff auf die Desktop-Umgebungen LXDE, Sugar, Openbox und IceWM. Die DVD-Abbilder sind über vier GByte groß und bringen natürlich die gesamte Prominenz der Open-Source-Welt mit sich.

Drei Mal BSD

BSD ist zwar nicht gleich Linux, darf aber ruhig in einem Distributions-Überblick zu Open-Source genannte werden. Die Entwickler von GhostBSD 2.5 haben einen dritten Release-Kandidaten zur Verfügung gestellt. Das Betriebssystem basiert auf FreeBSD 9.0-RC3 und bringt GNOME oder LXDE als Desktop-Umgebungen mit sich. ISO-Abbilder gibt es im Download-Bereich der Projektseite.

Auch PC-BSD ist als neue Ausgabe verfügbar. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Anwender-freundliche Ausgabe von FreeBSD. Bei PC-BSD 9.0 stehen dem Nutzer unter anderem KDE, GNOME, Xfce und LXDE als Arbeits-Umgebungen zur Verfügung. Das Betriebssystem basiert auf FreeBSD 9.0-RELEASE. Ein Highlight ist, dass sich PC-BSD nun direkt auf BootCamp-Partitionen von Macs installieren lässt. Sie finden weitere Informationen und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.

Die Basis der beiden oben genannten, FreeBSD, hat in dieser Woche als Version 9.0 debütiert. Unter anderem gibt es neue Treiber für ATA/SATA und ZFS wurde ein Update auf Version 28 spendiert. Die Highlights finden Sie in der Ankündigung und in den Release-Notizen geht es ans Eingemachte. Sie können FreeBSD von einem der zahlreichen Spiegel-Server herunterladen. (ph)