Shell-Tipps und -Tricks

Die Linux-Konsole im Griff

28.01.2016
Von David Wolski
Man-Pages zu Kommandozeilen-Tools und Befehlen sind meist extra trocken, wirken im PDF-Reader aber schon weniger abschreckend. SSH springt mit Dressur eine Rolle rückwärts durch die Firewall.

Dokumentation

Man-Pages als PDF lesen
Kommandozeilen-Befehle und Tools liefern unter Linux ihre eigene Dokumentation mit. Diese „man pages“ genannten Handbuchseiten liefern in der Shell mit dem Befehl man [Befehl/Tool]viel Text und Anwendungsbeispiele, um die Verwendung eines Befehls und dessen Optionen sowie Parameter zu erläutern. Bei vielen Seiten lohnt es sich aber, den Text in Ruhe anzugehen.

TIPP: Zuerst sollten Sie sicherstellen, dass die verwendete Distribution auch alle deutschsprachigen Man-Pages bietet. Viele Systeme lassen diesen Teil der Dokumentation nämlich weg, um Platz zu sparen. Bei Ubuntu/Mint, Debian installieren Sie das Paket „manpages-de“ nach und in Fedora „man-pages-de“, während für Open Suse das inoffizielle Repository ein passendes RPM-Paket nachliefert.

Umfangreiche Dokumentation im Terminal zu lesen, ist ermüdend: Viel besser sehen die Handbuchseiten in einem PDF-Reader aus, schwarz auf weiß und mit proportionalen Schriftarten. Dazu kann der Befehl manPostscript-Dateien erzeugen, die sich anschließend mit einem Reader wie Okular und Evince öffnen lassen:

man -t bash >bash.ps

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Dieses Kommando erzeugt beispielsweise aus der Dokumentation zur Shell „Bash“ eine Postscript-Datei mit dem Namen „bash.ps“. Soll es stattdessen ein PDF sein, das sich dann auch bequem mit Apps auf Tablets und Smartphones lesen lässt, dann macht das Tool ps2pdf anschließend aus der Postscript-Datei ein PDF. Es ist ein Bestandteil des Pakets „ghostscript“ und bei den meisten Linux-Distributionen vorinstalliert. Mit einem knappen

ps2pdf bash.ps

erhalten Sie eine PDF-Datei mit dem Namen „bash.pdf“ im gleichen Verzeichnis.

Die Linux-Konsole im Griff
Die Linux-Konsole im Griff
Foto: Sergey Nivens - shutterstock.com

Ubuntu/Debian

Programmversionen mit APT überprüfen
Der Paketmanager APT von Debian, der auch bei allen anderen großen DEB-basierten Distributionen zum Einsatz kommt, ist eines der schnellsten und komfortabelsten Werkzeuge zur Software-Verwaltung. Allerdings ist APT mit seinen Kommandos apt-getund apt-cacheauf Geschwindigkeit getrimmt und liefert keinen gigantischen Funktionsumfang. So gibt es keine direkte Möglichkeit, die Version eines Programms herauszufinden, die im Paket-Repository liegt.

TIPP: Mit einem Trick verrät APT auch ohne tatsächliche Installation eines Pakets dessen Versionsnummer: Mit dem Parameter -ssimuliert der Befehl apt-getalle Aktionen und zeigt deren Status an, lädt dabei aber keine Dateien herunter. Damit zeigt APT auch an, welche Pakete in welcher Version installiert werden:

apt-get -s install [Paketname]

In der Ausgabe dieses Befehls zeigen die letzten beiden Zeilen die Versionsnummer des Pakets an. Da es sich um eine Simulation handelt, bei der das System nicht verändert wird, brauchen Sie dazu keine root-Privilegien oder sudo.

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