Führungstipp

Die kreativsten Köpfe finden

Schreibt und bearbeitet Karrierethemen - in der Digitalredaktion von COMPUTERWOCHE, CIO-Magazin, ChannelPartner und Tecchannel. Ihre Schwerpunkte sind IT-Arbeitsmarkt, Recruiting, Freiberufler, Aus- und Weiterbildung, IT-Gehälter, Work-Life-Balance, Employer Branding, Führung und und und.  Wenn sie nicht gerade Projekte wie den "CIO des Jahres" betreut. Hofft auf mehr Frauen in der IT.
Bewerber-Interviews sind nicht nur für die Job-Kandidaten eine Herausforderung. Auch der Arbeitgeber muss in einem engen Zeitrahmen möglichst alle relevanten Aspekte einer Persönlichkeit erfassen und einschätzen, ob ein Bewerber wirklich zur ausgeschriebenen Stelle passt.

Gaby Ostermann ist Teamleiterin Recruiting beim IT-Dienstleister adesso AG. Sie empfiehlt für Interviews mit Bewerbern ein Verfahren, das sich bei adesso in zahlreichen Bewerbungsgesprächen - pro Jahr werden dort rund 1000 Interviews geführt - bewährt hat:

„Stellen Sie dem Bewerber eine konkrete Aufgabe. So bekommen Sie schon während des Gesprächs ein gutes Gespür für die Fähigkeiten Ihres Job-Kandidaten. Natürlich ist es wichtig zu erfahren, was der Bewerber über sich zu erzählen hat, wie er sich präsentiert und wie er sich selbst einschätzt. Wenn wir dem Bewerber jedoch zusätzlich eine Aufgabe stellen, können wir nicht nur sein Know-how besser einschätzen, sondern auch sehen, wie er an eine Aufgabe herangeht und wie er zu einer Lösung kommt.

Gaby Ostermann, Teamleiterin Recruiting bei adesso empfiehlt für Bewerbungsgespräche: "Stellen Sie dem Bewerber eine konkrete Aufgabe. So sehen Sie ganz schnell die Talente Ihres Kandidaten."
Gaby Ostermann, Teamleiterin Recruiting bei adesso empfiehlt für Bewerbungsgespräche: "Stellen Sie dem Bewerber eine konkrete Aufgabe. So sehen Sie ganz schnell die Talente Ihres Kandidaten."
Foto: Privat

Wie so eine Aufgabenstellung erfolgt, hängt immer von den jeweiligen Anforderungen und von der Position ab, um die es geht. Daher wenden wir auch unterschiedliche Szenarien an. Es kann sein, dass man einem Bewerber zum Beispiel während des Interviews ein paar Minuten Zeit gibt, um sich mit einer Fragestellung ganz allein zu befassen. Alternativ kann man auch mit ihm gemeinsam die Lösung erarbeiten, um zu sehen, welche Vorgehensweisen er wählt und welchen Arbeitsstil er hat. Wichtige Beobachtungspunkte sind dabei, ob der Bewerber relevante Rückfragen stellt, wie selbstbewusst er auftritt und wie er mit anderen Personen zusammen arbeitet. Dies sind für uns zentrale Aspekte bei der Bewerberauswahl und gerade diese Punkte lassen sich in einem 'klassischen' Interview nur schwer in Erfahrung bringen. Eine andere Alternative ist es, eine fachliche Aufgabe schon im Vorfeld des Interviews zu stellen. Der Bewerber erarbeitet dann seine Lösung zu Hause und präsentiert sie im Rahmen des Interviews.

Wir sind mit der Methode, konkrete Aufgaben zu vergeben, bisher sehr gut gefahren. Auch die Bewerber schätzen diese Form, weil sie ihnen die Gelegenheit bietet, ihr Können ohne viel Umschweife zu zeigen."