CW-Kolumne

Die Kosten sind nur ein Aspekt

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Seit vielen Jahren mühen sich IT-Verantwortliche und Einkäufer mit TCO-Berechnungen ab, wobei TCO bislang für Total Cost of Ownership stand. In Zeiten der Cloud wird die Lage unübersichtlicher: TCO steht nun auch für Total Cost of Operations.
Heinrich Vaske, Chefredakteur Computerwoche
Heinrich Vaske, Chefredakteur Computerwoche

Seit vielen Jahren mühen sich IT-Verantwortliche und Einkäufer mit TCO-Berechnungen ab, wobei TCO bislang für Total Cost of Ownership stand. In Zeiten der Cloud wird die Lage unübersichtlicher: TCO steht nun auch für Total Cost of Operations. Es gilt, Rechenmodelle zu finden, die den Besitz von IT und die Nutzung von angemieteten IT-Leistungen gleichermaßen abbilden.

Eine Möglichkeit bestünde darin, für die Nutzung sämtlicher On-Premise-Anwendungen exakt zu errechnen, was pro User und Monat zu zahlen ist. Dazu müssten beispielsweise auch die Kosten für Server-, Speicher- und Netzkapazitäten umgelegt werden. Werden dann noch Abschreibungsdetails, Wartungsgebühren und Lizenzbesonderheiten einbezogen, ließe sich möglicherweise eine Zahl ermitteln, die mit dem Aufwand je Cloud-Arbeitsplatz vergleichbar wäre. Voraussetzung wäre allerdings, dass die Unwägbarkeiten der Cloud-Alternative, etwa die lang- fristige Entwicklung der Vertragskonditionen, Abhängigkeiten von anderen Cloud-Providern im Hintergrund oder unklare Nutzungsintensität, einbezogen würden.

Anwender werden um diese Hausaufgaben - und vermutlich wird es eine Vielzahl an Kalkulationsansätzen geben - nicht herumkommen. Und sie werden sicher feststellen, dass die Inhouse-Alternative auch mal die günstigere sein kann.

Doch Cloud Computing allein auf den Kostenaspekt zu reduzieren, wäre falsch. Genauso interessant kann die Geschwindigkeit sein, mit der eine Lösung eingeführt wird, oder auch die durch mehrfach redundant ausgelegte Provider-Rechenzentren erzielte Hochverfügbarkeit. Weitere Argumente sind die Skalierbarkeit und Elastizität, die nötig werden, wenn die Nutzungsintensität stark schwankt. Und mancher Anwender wird es zu schätzen wissen, wenn die IT ständig auf einem modernen Stand gehalten wird und sich Menschen im Hintergrund garantiert dar-um kümmern. Schließlich wird das Problem fehlenden IT-Personals auf absehbare Zeit nicht so einfach gelöst werden können.