iPhone-"Killer" in Lauerstellung

Die Konkurrenten des Apple-Kultgeräts im Überblick

Stephan Wiesend schreibt für die Computerwoche als Experte zu den Themen Mac-OS, iOS, Software und Praxis. Nach Studium, Volontariat und Redakteursstelle bei dem Magazin Macwelt arbeitet er seit 2003 als freier Autor in München. Er schreibt regelmäßig für die Magazine Macwelt, iPhonewelt und iPadwelt.
Mit dem iPhone 3G S und dem Update auf iPhoneOS 3.0 versucht Apple, seine Position im Smartphone-Markt weiter auszubauen. Doch die Konkurrenz schläft nicht.
Der kurz vor dem neuen iPhone in den USA erschienene Palm Pre.
Der kurz vor dem neuen iPhone in den USA erschienene Palm Pre.

Ein Konkurrent, der Apple den Erfolg streitig machen könnte, ist der PDA-Veteran Palm. Nachdem die Company lange Zeit fast nur noch mit Hiobsbotschaften aufmerksam gemacht hat, könnte ihr nun mit dem neuen Palm Pre ein glanzvolles Comeback gelingen. Federführend bei der Entwicklung des Geräts und neuer Firmenchef ist bezeichenderweise Apples ehemaligen Leiter der iPod-Division Jon Rubinstein.

Das Palm Pre ist bisher nur beim US-Mobilfunkanbieter Sprint mit CDMA verfügbar, eine GSM-Version soll Berichten zufolge möglicherweise bereits im September in Europa verfügbar sein. Das Smartphone funkt über die UMTS-Weiterentwicklung HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), fotografiert mit einer 3-Megapixel-Kamera und kann per ausschiebbarer Mini-Tastatur oder Touchscreen bedient werden.

Als erstes Palm-Gerät arbeitet es zudem mit dem neuentwickelten Betriebssystem WebOS auf Linux-Basis. Statt dem Aufdruck "Designed by Apple in California" trägt der Pre übrigens den Text "Inspired by and designed in California" wie die Seite iFixit bemerkt. Der auf die Reparatur von Macs spezialisierte Anbieter hatte einen der ersten Pre gekauft und zeigte in einem Fotobericht eine komplette Zerlegung. Als hervorragend wird das Display beschrieben, laut einem Bericht der Seite Gizmodo soll der Touchscreen sogar besser und präziser arbeiten als der des iPhone.

Allerdings scheint das Gehäuse auch recht scharfkantig zu sein, wie ein nicht ganz ernst gemeinter Käse-Test der Seite Gizmodo zeigt. Für die Eingabe von Text muss man allerdings auf die integrierte Tastatur zugreifen, eine virtuelle Tastatur wie beim iPhone gibt es nicht. Andererseits ist Multitasking , man kann etwa zwischen Webkit-basiertem Browser, Twitter-Client und Musikplayer wechseln. Insgesamt ist das Angebot an Software von Drittanbietern für diese Plattform ist noch recht mager. Immerhin gibt es für alte Palm-OS-Anwendungen bereits einen Emulator. Programme für das WebOS sollen Entwickler in Javascript, HTML und CSS programmieren, was etwas an Apples Dashboard erinnert.Mark/Space hat bereits ein Synchronisierungstool für den Palm Pre angekündigt, der per USB oder WLAN Bürodaten, Musik, Photos und Dokumente synchronisiert.