Die Karriereplanung selbst in die Hand nehmen

05.09.2005
Von Yasmine Limberger
Zurückhaltung gilt zwar in manchen Situationen als Zierde, doch nicht unbedingt bei der Jobsuche. Gerade erfahrene IT-Spezialisten sollten Eigeninitiative zeigen.

Wenn sich ein Headhunter meldet, fühlen sich zwar viele erfahrene Mitarbeiter geschmeichelt, zögern jedoch, das Angebot genauer zu prüfen. Viele sorgen sich, dass jemand etwas von der Bewerbung mitbekommen könnte. Außerdem fürchten viele, aufgrund von Fusionen oder Entlassungen im neuen Unternehmen schnell wieder auf der Straße zu stehen.

Stellenanzeigen in Fachmagazinen schaffen zwar Vertrauen beim Leser, doch nur wenige Professionals bewerben sich anschließend wirklich. Viele durchstöbern Online-Jobbörsen, um ihren Marktwert zu testen, ohne selbst aktiv zu werden. Auf Fachmessen sprechen Interessierte mit Wettbewerbern über Karrierechancen, schrecken aber auch hier vor einer Bewerbung zurück. Wer es dagegen wagt, den plagen Zweifel, ob ein Wechsel Risiken birgt. Fast nur Bewerber, in deren Unternehmen Unsicherheit herrscht, sind bereit, die Jobsuche selbst aktiv anzugehen. Wer etwas erreichen möchte, sollte bereit sein, gewisse Risiken für die eigene Karriere einzugehen, denn ein Jobwechsel kann die Karriere beschleunigen. Nach drei bis fünf Jahren bietet sich ein Wechsel an, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Bewerber können das Risiko vermindern, wenn sie sich vorab beispielsweise genau über Marktposition und Wettbewerber informieren. Wichtig sind Unternehmenskennzahlen wie Umsatz, Gewinn, Investitionen, Mitarbeiter, Firmenstrategie und mögliche Fluktuationen im Management. Auch die Unternehmenskultur kann Hinweise geben, ob sich ein Wechsel lohnt. Interessant ist auch, wie der neue Arbeitgeber in die Qualifizierung und Weiterbildung seiner Angestellten investiert. Aufschlussreich ist, ob Ziele für die angebotene Position klar definiert sind. In Gesprächen mit Unternehmensvertretern sollten Bewerber nach Gründen fragen, weshalb es sich lohnt, gerade für diese Firma zu arbeiten. Auch kritische Punkte sollten offen angesprochen werden.

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