Integration von Sprache und Daten in Unternehmensnetzen

Die Hälfte der europäischen Firmen plant die Zusammenlegung bis 2002

15.10.1999
MÜNCHEN (CW) - Einer Datamonitor-Studie zufolge will bis zum Jahr 2002 jedes zweite europäische Unternehmen seine internen Sprach- und Datennetze verschmelzen.

Die Sprach-Daten-Konvergenz ist nun schon seit geraumer Zeit ein Lieblingsthema der Hersteller, die das Ende der klassischen Trennung von Datenverarbeitung und Telekommunikation prophezeien. Einschätzungen, die eine von Datamonitor organisierte Befragung der Netz-Manager von 200 großen europäischen Unternehmen bestätigt. Demnach haben lediglich 16 Prozent der Firmen nicht vor, ihre Sprach- und Datennetze zu verschmelzen. 84 Prozent der Befragten planen also zumindest langfristig den Umstieg.

Für das Jahr 2002 prognostiziert die Studie, daß rund 53 Prozent der befragten Firmen ihre unternehmensinternen Netze zusammengelegt haben.

Schneeballeffekt erwartet

Derzeit ist die Zahl der bereits migrierten Unternehmen allerdings noch wenig beeindruckend: Gerademal 16 Prozent der befragten Firmen haben bis Ende des Jahres erste Lösungen im Einsatz.

Die Marktforscher erwarten, daß nach den ersten erfolgreichen Installationen in größeren Netzumgebungen ein Schneeballeffekt eintritt, der die bisherigen Zauderer ins Lager der Umsteiger wechseln läßt. Wechselfaktor Nummer eins ist dabei die Hoffnung, durch Einsparungen die Wettbewerbsfähigkeit steigern zu können. Skeptisch beurteilen viele Unternehmen jedoch die Versprechen, die Sprach-Daten-Konvergenz führe zu neuen Anwendungen.

Zurückhaltung ist auch aus einem anderen Grund angesagt: Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, daß selbst die meisten Hersteller von Konvergenzlösungen im eigenen Unternehmen keine funktionstüchtigen Systeme installiert haben.