Von Apple bis Erotik

Die großen Wendepunkte der IT-Geschichte - Teil 1

Sascha Alexander ist Manager Marketing & Kommunikation bei der QUNIS GmbH, Neubeuern, die auf Beratung und Projekte in der Business Intelligence, Big Data und Advanced Analytics spezialisiert ist. Zuvor war der Autor als Director Communications bei den Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BARC und PAC tätig. Als ehemaliger Redakteur der COMPUTERWOCHE sowie Gründer und Chefredakteur des Portals und Magazins für Finanzvorstände CFOWORLD verbindet ihn zudem eine lange gemeinsame Zeit mit IDG.
Seine Themenschwerpunkte sind: Business Intelligence, Data Warehousing, Datenmanagement, Big Data, Advanced Analytics und BI Organisation.
Was wäre gewesen, wenn? Fehleinschätzungen, Vordenker, Geld, das Web und einfach geniale Produkte - sie alle haben die Entwicklung der IT geprägt und damit unsere Art zu arbeiten.

Stellen Sie sich einmal vor, IBM hätte im ersten PC proprietäre Chips statt gängige Komponenten verwendet: Es hätte nie einen Markt für PC-Klone gegeben und nicht Microsoft, sondern IBM wäre heute wahrscheinlich der größte Anbieter im IT-Markt. Oder was wäre geschehen, hätte Steve Jobs nie die Forschungseinrichtung Xerox PARC besucht und dort erstmals grafische Benutzeroberflächen gesehen, die er später mit dem Macintosh kommerzialisierte? Hätte es Microsoft Windows gegeben?

Jede Industrie hat ihre Meilensteine, die ihre weitere Entwicklung für immer geprägt haben. Dies gilt ganz besonders für die IT-Branche, die sich seit ihren Anfängen rapide verändert hat. Lesen Sie, welche Ereignisse und Techniken es unserer Meinung nach waren, die der Entwicklung einen neuen Lauf gegeben haben und uns auch künftig beschäftigen.

Apples NeXT move

Mit dem Kauf des Start-up NeXT gewann Apple nicht nur neue Technik , sondern holte sich auch Apple-Mitbegründer Steve Jobs zurück ins Haus.
Mit dem Kauf des Start-up NeXT gewann Apple nicht nur neue Technik , sondern holte sich auch Apple-Mitbegründer Steve Jobs zurück ins Haus.
Foto: Apple

Ende der 90er Jahre hatte Apple große Probleme. Der Glanz früherer Jahre war verblasst, die Marktanteile sanken und Windows NT und Windows 95 hatten das Betriebssystem "Mac OS" funktional und technisch überholt. Apples ganze Hoffnungen ruhten zu dem Zeitpunkt auf einem neuen Betriebssystem, Codename "Copland", an dem der Hersteller seit einiger Zeit unter größter Geheimhaltung arbeitete.

Doch als nach zehn Jahren Entwicklungsarbeiten immer noch kein Release-Kandidat in Sicht war, traf der damalige CEO Gil Amelio eine Entscheidung, die den Computerbauer tief verändern sollte: Statt weiter auf Copland zu warten, kaufte Apple im Jahr 1996 das Startup NeXT, das nicht nur ein Unix-basierendes Betriebssystem entwickelte, sondern auch vom einstigen Apple-Mitbegründer Steve Jobs geleitet wurde.

Wieder vereint mit Apple, übernahm Jobs das Ruder und erfand in den folgenden Jahren das Unternehmen neu. Neben dem Betriebssystem "Mac OS X" zählen der iMac, der iPod sowie Server, Workstations und Laptops zu seinen Verdiensten. Ohne NeXT wäre Apple vermutlich nie wieder zur Kultfirma geworden, die sie heute ist.