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Die große Service-Provider verlieren an Spezialanbieter

24.04.2006
Die Geschäfte der 50 weltweit führenden IT-Dienstleister legten 2005 um magere 1,9 Prozent zu. Gefragt sind zunehmend Spezialanbieter.

Die Spannbreite der betrachteten Firmen reicht von IBM Global Services mit einem Jahresumsatz von rund 47 Milliarden Dollar bis zum Offshore-Anbieter Patni Computer Systems, der im vergangenen Jahr etwa 450 Millionen Dollar einnehmen konnte. Insgesamt belief sich der kombinierte Jahresumsatz der 50 größten IT-Service-Provider auf 262 Milliarden Dollar.

Damit legte das Geschäft der betrachteten Firmen um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Die Wachstumsrate blieb jedoch deutlich hinter dem Wert des Vorjahres zurück, als der Club der größten IT-Dienstleister noch auf eine Quote von acht Prozent verweisen konnte. Die Daten beruhen auf einer Erhebung von Datamonitor und die Entwicklung deckt sich mit der Beobachtung einiger Analysten, die eine zunehmende Verlagerung des IT-Servicegeschäfts zu kleineren und fokussierten Anbietern beobachten. Speziell in Deutschland zeigt sich beispielsweise, dass mittelständische Anbieter zu alter Stärke zurückfinden.

Die zehn am schnellsten wachsenden IT-Dienstleister innerhalb der Gruppe der größten 50 Anbieter sind entweder Offshore-Betreiber oder Service-Provider, die vornehmlich für die öffentliche Hand der USA arbeiten. Zur ersteren Gruppe zählen die Unternehmen Cognizant, Satyam, Patni, Tata Consultancy Services (TCS), Infosys, HCL und Wipro. Zusammen verbesserten sie ihre Einnahmen um 35 Prozent auf 9,3 Milliarden Dollar. Mit lukrativen Aufträgen der US-amerikanischen Regierungs- und Militärbehörden konnten im vergangenen Jahr SRA (31 Prozent Wachstum im dritten Quartal 2006 auf 296 Millionen Dollar), Caci (knapp 42 Prozent Jahreswachstum auf 1,62 Milliarden Dollar) sowie Saic (Umsatzwachstum von 23 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar im Jahr 2005) kräftig wachsen.

Insgesamt ergaben sich jedoch insbesondere unter den zehn führenden Anbieter wenig Verschiebungen: IBM Global Service führt das Feld der weltweit größten IT-Dienstleister souverän an, wenngleich das Unternehmen zuletzt einige Schwierigkeiten einräumen musste: Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres fiel der Umsatz um 1,1 Prozent 11,6 Milliarden Dollar. Verantwortlich dafür sei der Preisdruck im Markt für Infrastruktur- und Applikations-Betriebsdienste, so IBM. Zudem wählten die Kunden häufiger kleinere Outsourcing-Engagements. In der Rangliste folgen auf IBM wie im Jahr zuvor EDS, Fujitsu und Accenture. Lediglich die britische BT Global Services schob sich an T-Systems vorbei und belegt nun Rang acht.

Datamonitor beziffert den weltweiten Markt für Applikations-, Infrastruktur-, Consulting- und BPO-Services auf 513 Milliarden Dollar im Jahr 2005. Damit teilen die 50 größten Anbieter 51 Prozent des Geschäfts unter sich auf. Der Markt ist also stark fragmentiert, als Beleg dafür verweisen die Analysten auf IBM Global Services: Selbst der Platzhirsch kann lediglich anteilige neun Prozent vom Weltmarkt für sich reklamieren.

Die profitabelsten Anbieter kommen allesamt aus Indien. Am erfolgreichsten wirtschaftete offenbar Infosys, die Gewinnspanne des Unternehmens erreichte 26 Prozent. Kaum schlechter schnitten Satyam (23 Prozent Profit-Marge) und TCS (22 Prozent) ab. Die durchschnittliche Gewinnspanne der betrachteten Firmen sackte von 7,3 Prozent im Jahr 2004 auf zuletzt 6,1 Prozent. Alle 50 Firmen zusammen beschäftigten Ende 2005 1,58 Millionen IT-Experten. Das bedeutet ein Plus von 18 Prozent gegenüber Vorjahr, auch hier sorgten vor allem die indischen Anbieter für einen positiven Verlauf. (jha)