Die Gräben zwischen DSAG und SAP bleiben

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Obwohl der Konzern beim Enterprise Support nachbessert, lässt er zentrale Forderungen der Anwender unberücksichtigt.

Grundsätzlich ist es hilfreich, dass SAP etwas unternimmt, was den Kunden Vorteile bringt", kommentiert Andreas Oczko, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), die jüngst von SAP veröffentlichten Erweiterungen des Supportmodells.

Nachdem sich der Softwarekonzern harscher Kritik durch die Kunden ausgesetzt sah, hat er den Wartungszeitraum von SAP ERP ausgedehnt sowie Unterstützung bei Software-Updates und effizientere Methoden für Softwaretests in Aussicht gestellt.

Die Walldorfer pflegen das aktuelle Kernprodukt SAP ERP nun bis zum Jahr 2017. Anwender, die mehr als fünf Millionen Euro Wartungsgebühren an SAP entrichten, zahlen nun sieben Jahre lang 17 Prozent von den Lizenzkosten für die jährliche Wartung des R/3-Nachfolgers und dann zwei Jahre lang 19 Prozent erweiterten Support. Damit verabschiedet sich das Softwarehaus vom bisherigen Wartungsschema "5-1-2", also fünf Jahre Standardwartung, ein Jahr erweiterte Wartung zu 19 Prozent und zwei Jahre lang zu 21 Prozent. Bereits zuvor wurde die Wartung der Altprodukte R/3 4.6c und 4.7 verlängert.

die fünf Millionen Euro im Jahr an SAP entrichtet, zahlt 22 Prozent über einen Zeitraum von sieben Jahren und anschließend für zwei Jahre 24 Prozent. Ursprünglich hätte es für solche Anwender bereits nach fünf Jahren eine Wartungsanhebung gegeben.

Der DSAG-Vorstand bewertet zudem positiv, dass SAP den Anwendern stärker unter die Arme greifen will, wenn diese Erweiterungspakete ("Enhancement Packages") für das ERP-System einspielen. Der Konzern bietet hier fünf Tage Remote-Support durch SAP-Experten an. "Insbesondere SAP-Nutzer aus dem Mittelstand werden das zu schätzen wissen", lobt Oczko.

Kunden beklagen Zusatzkosten

Auch die bessere Testunterstützung geht Oczko zufolge in die richtige Richtung. Wie stark die Anwender ihre Testaufwände damit reduzieren können, hänge indes vom Einzelfall ab, da die Firmen hier zunächst Grundlagen schaffen müssen. Dazu zählt, die vorgesehene SAP-Technik rund um den "Solution Manager" einzurichten, aber auch eine Testorganisation.

Es bleibe jedoch dabei, dass für die Kunden mit Enterprise Support neue, meist noch nicht budgetierte Kosten anfallen. Hinzu kommen die Projekte, um die von SAP bereitgestellten Testszenarien einzuführen. Auch diese Aufgaben hatten die Anwender bisher nicht auf ihrer Rechnung. "Die Potenziale von Enterprise Support zu heben erfordert zunächst, Geld in die Hand zu nehmen", gibt der DSAG-Mann Oczko zu bedenken.

User Group beharrt auf Forderungen

Nach wie vor will SAP nicht davon abrücken, den Enterprise Support für die Kunden verpflichtend zu machen.

Für die DSAG ist das Thema deshalb noch lange nicht beendet. Die User Group wird weiter Gespräche mit dem SAP-Vorstand führen und beharrt auf einem optionalen Modell: "Wir bekriegen uns nicht mit der SAP, aber wir haben unterschiedliche Standpunkte."