Linux- und Open-Source-Rückblick für Kalenderwoche 35

Die Gewinner des Wallpaper-Wettbewerbs

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Canonical hat eine Wartungs-Version der langzeitunterstützten Ubuntu-Ausgabe 12.04 "Precise Pangolin" zur Verfügung gestellt.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in Kalenderwoche 35. Die Entwickler des kostenlosen NAS-Systems FreeNAS haben ein kleine Punkt-Version mit großen Änderungen zur Verfügung gestellt. Avast hat eine detaillierte Analyse zu "Hand of Thief", dem ersten Banking-Trojaner für Linux, veröffentlicht.

Das kostenlose Klon-System Clonezilla bringt Linux-Kernel 3.10.7-1 mit sich. Wer einen Einsatz von Xen evaluiert, findet den Tipp aus dem Xen-Blog für Konvertierungen von Abbildern sicherlich sehr interessant. Der Wallpaper-Wettbewerb für Ubuntu 13.10 ist entschieden.

Ubuntu 12.04.3 LTS "Precise Pangolin"

Ab sofort ist Ubuntu 12.04.3 LTS verfügbar. Canonical hat neue Installations-Abbilder für Desktop, Server, Cloud und Core-Produkte ausgegeben.

Version 12.04.3 kommt mit einem aktualisierten Linux-Kernel und einem Update für den X-Stack. Wie üblich bringt die neueste Punkt-Version viele Aktualisierungen mit sich. Damit müssen Anwender nach einer Installation weniger Updates einspielen.

Wer 12.04 bereits im Einsatz hat und regelmäßig Updates einspielt, muss die ISO-Abbilder natürlich nicht herunterladen und neu installieren.

Laut offizieller Ankündigung sind gleichzeitig aktualisierte Abbilder für Kubuntu, Edubuntu, Xubuntu, Mythbuntu und Ubuntu Studio erschienen.

"Hand of Thief" analysiert

Am 7. August wurde von RSA-Sicherheits-Experten erstmalig über den Linux-Trojaner berichtet. Die Schadsoftware lässt sich laut Avast mit Malware wie FlashBack für Mac OS X oder Obad für Android vergleichen.

Der Trojaner versucht sich über eine Hintertür zu installieren und liest dann die Formularfelder bestimmter Browser aus.

Sofort nach dem Start überprüft die Malware, ob sie sich in einer virtualisierten Umgebung befindet. Sollte das der Fall sein, wird die Schadsoftware beendet. Der Trojaner beendet sich auch, wenn das root-Verzeichnis chrooted ist. Damit würde man die Malware auch in eine Gummizelle sperren.

Sollte obiges nicht zutreffen, beginnt sich der Trojaner einzunisten. Dazu erstellt er wahrscheinlich eine Konfigurations-Datei mit Namen system-firewall.desktop im Autostart-Ordner des jeweiligen Home-Verzeichnises.

Der Trojaner gelangt durch unvorsichtiges Verhalten auf die Rechner der Linux-Anwender. Avast spricht davon, dass sich die Malware nicht aktiv reproduziert. Sie wird durch Server ausgeliefert und benutzt mögliche Security-Lücken in den verwendeten Web-Browsern. "Hand of Thief" versucht durch einen separaten Prozess die Formularfelder von Firefox, Chrome und Chromium auszuschnüffeln.

FreeNAS 9.1.1-RELEASE

Zunächst einmal haben die Entwickler laut eigenen Angaben einige kosmetische Änderungen vorgenommen. Weiterhin hat man einige Bugs, wie zum Beispiel nicht funktionelle 32-Bit-Plugins, adressiert.

Diverse Features wurden deaktiviert. Diese sind derzeit als kaputt deklariert und man will mit dieser Maßnahme den Anwender schützen. AIO in Samba 3 oder IPv6 in Plugin-Jails sind hier als Beispiele angegeben.

Für das Dateisystem ZFS haben die Entwickler einige Stabilitäts-Fixes implementiert. Diese wurden von TrueOS übernommen. Interessierte können die neueste Version aus dem Download-Bereich der Projektseite herunterladen.

Clonezilla 2.1.2-43

Der neuesten Version von Clonezilla wurde ein Update auf Debian Sid vom 19. August 2013 spendiert. Als Kernel setzen die Entwickler auf Ausgabe 3.10.7-1.

Weiterhin unterstützt die Spezial-Distribution das Klonen von SD-Karten (/dev/mmcblk0). Durch das Programm ocs-expand-mbr-pt wird die exakte Größe der Swap-Partition beibehalten.

Neben Bugfixes wurden auch Sprachdateien aktualisiert. Dazu gehören auch Updates für die Unterstützung auf Deutsch. Sie finden alle Neuerungen und Änderungen in den Veröffentlichungs-Hinweisen. Aktuelle ISO-Abbilder gibt es auf Clonzillas Website.

Virtualisierung: Nicht-Xen-Abbilder auf Xen konvertieren

Im Xen-Blog gibt es eine interessante Anleitung, wie man nicht-native Virtualisierungs-Abbilder zu Xen konvertieren kann. Das sei vor allen Dingen für Anwender interessant, die einen Einsatz von Xen evaluieren. Es gibt vielleicht schon vorhandene Virtualisierungs-Abbilder, die man gerne unter Xen testen möchte.

Die Konvertierung erfordert laut eigenen Angaben zwei Schritte. Zunächst muss man das fremde Hypervirsor-Abbild in ein natives Xen-Abbild konvertieren. Danach sind Anpassungen notwendig, damit der Inhalt des Abbilds die neue Virtualisierungs-Umgebung akzeptiert. Der zweite Schritt hängt natürlich sehr vom eingesetzten Betriebssystem ab. Im Xen-Blog befindet sich auch ein Beispiel-Skript, das eine Konvertierung erleichtert.

Ubuntu 13.10 wird mit 18 neuen Hintergrundbildern ausgestattet

Die Gewinner des Wallpaper-Wettbewerbs für Ubuntu 13.10 stehen fest. Für "Saucy Salamander" wird es 18 neue Hintergrundbilder geben. Wer die Wallpaper bereits jetzt installieren möchte, kann sich die deb-Datei dafür herunterladen.

Die deb-Datei lässt sich unter Linux einfach auspacken und darin befinden sich die Hintergrundbilder.