Laptops auf Diät

Die Geschichte der Notebooks mal anders

Alexander Dreyßig betreut als Portal Manager das Online-Angebot des TecChannel. Neben seinen umfangreichen Tätigkeiten im Bereich Content Management ist er als Autor im Bereich Hardware- und IT-Gadgets aktiv.
Die Geschichte der Notebooks wurde schon aus vielen Perspektiven erzählt. Wir wollen Sie heute um den Blickwinkel des immer geringer werdenden Gewichts erweitern.

Beschäftigt man sich mit der Entwicklung, die Notebooks in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten durchlaufen haben, dann dreht sich meist alles um Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und Bildschirmgröße (siehe Bilderstrecke "Meilensteine der Notebook-Entwicklung" am Ende des Textes). Einen anderen und durchaus lesenswerten Ansatz hat kürzlich David Fried von laptoplogic.com gewählt und die Geschichte der Laptops aus Sicht des zunehmend geringer werdenden Gewichts erzählt - ein Ansatz, dessen Erkenntnisse wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

1990/Aller Anfang ist schwer: Macintosh Portable (7,16 kg)

Wenn man heute ein modernes Notebook, wie das filigrane Macbook Air betrachtet, vergisst man schnell, dass es auch dunklere (und schwerere) Zeiten gab, und das selbst Laptops aus dem Hause Apple nicht immer so wirkten, als würden sie von Elfen gebaut.

Apples erster Versuch einen tragbaren PC zu schaffen, der es leistungsmäßig mit seinen Desktop-Kollegen aufnehmen konnte, gipfelte 1990 im Macintosh Portable. Auf Grund des schweren Bleiakkus brachte es Apples Notebook auf satte 7,16 Kilogramm Gewicht. Großes Gewicht war damals jedoch nicht mit großer Leistung gleichzusetzen. So bildete das Herz des Laptops ein 16 Mhz-CPU mit 1MB Arbeitspeicher, der bei Bedarf auf 9 MB erweitert werden konnte. Dabei konnten die Akkulaufzeit von 12 Stunden und die Möglichkeit endlich mobil arbeiten zu können jedoch kaum über den Schock hinweghelfen, der einem beim Blick auf den Preis von 6500 Dollar durch die Glieder fuhr. Die Absatzzahlen hielten sich dann auch in für Apple enttäuschenden Grenzen.

1996/Die Diät trägt Früchte: IBM Thinkpad 560 (1,81kg)

Viele glauben, dass IBMs 1996 erschienenes Thinkpad 560 den Weg frei gemacht hat, für moderne 12-Zoll Notebooks mit normal großer Tastatur. Es hatte ein für damalige Verhältnisse revolutionäres Gewicht von 1,81 Kilogramm und war dabei keine drei Zentimeter dick. Es verfügte über beeindruckende 8 MB Arbeitsspeicher, eine 810 MB Festplatte und ein 1,44 MB Disketten-Laufwerk. Das geringe Gewicht wurde jedoch durch einen zu kleinen Akku erkauft, der gerade einmal zwei Stunden Betrieb erlaubte. Revolutionär waren hingegen das optional erhältliche CD-Laufwerk und das integrierte Mikrofon.

2002/Und die Größe zählt doch: Compaq Evo N800c (2,99kg)

Foto: Compaq

Dank seines 15-Zoll Bildschirms war das Compaq Evo N800c der ideale Begleiter für Studienanfänger. Es verfügte über 256 MB DDR SDRAM, eine 60 GB Festplatte, sowie zwei USB-Anschlüsse. Trotz dieser damals beeindruckenden Leistungsmerkmale war es dennoch dünn und filigran gehalten. Revolutionär waren auch die Grafikeigenschaften des Bildschirms. Dabei konnte es dank seines nicht übermäßig großen Gewichts von knapp drei Kilogramm leicht transportiert werden. Dank des verbauten Lithium-Ionen Akkus brachte es das Compaq Evo N800c unter Normalbedingungen auf 4 Stunden Laufzeit. Durch seinen moderaten Preis fand es bei Nachwuchsakademikern reichlich Absatz.

2008/Leicht bulimisch: Macbook Air (1,37kg)

Apples MacBook Air.
Apples MacBook Air.
Foto: Apple

Erstmal vorgestellt wurde das MacBook Air 2008 durch Steve Jobs auf der Macworld. Apple selbst beschrieb es als das weltweit dünnste Notebook. Wie bei so vielen anderen Apple-Produkten sind es aber nicht nur die reinen technischen Eckdaten die überzeugen, sondern vielmehr die Tatsache, dass es Apple immer wieder schafft Produkte auf den Markt zu bringen, die schlicht und einfach sexy sind. Wirft man nämlich einen Blick auf das Gewicht des MacBook Air, dann stellt man schnell fest, dass sich noch andere Notebooks in der selben Gewichtsklasse tummeln. Zu den Features, die das MacBook Air 2008 aus der Masse heraushoben gehörten unter anderem der Farbumfang des 13,3 -Zoll Bildschirms, der über eine Auflösung von 1280 x 800 Pixeln sowie LED Hintergrundbeleuchtung verfügt. Die restlichen technischen Eckdaten sind weniger revolutionär. So verfügte Apples Laptop über gerade einmal einen USB 2.0 -Anschluss, knapp fünf Stunden Akkulaufzeit und 2 GB Arbeitsspeicher. Trotz des saftigen Preises von 1413 Euro verkaufte sich das MacBook Air alles andere als schlecht.