Kommunikation made in Berlin

Die Geschichte der AVM Fritzbox

Eric Tierling, Master in Information Systems Security Management (Professional), blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im IT-Bereich zurück. Neben Hunderten an Fachbeiträgen hat er über 50 Bücher veröffentlicht. Er ist Spezialist für Themen rund um die Informationssicherheit sowie einer der bekanntesten Experten Deutschland für Windows Server und Microsoft-basierte Infrastrukturen.
Die Fritzbox gibt es seit sieben Jahren - sie hat in dieser Zeit Erfolgsgeschichte geschrieben. Wir stellen alle bisherigen Modelle vor.

B1-Card, Ken oder ISDN Multiprotokoll Router für Netware: Dies sind nur einige Produkte, an die sich so mancher eingefleischte Kenner der IT-Infrastrukturszene mit einem Schmunzeln erinnert. Der breiten Masse bekannt geworden ist die Company, die dahinter steckt, jedoch durch etwas ganz anderes. Die Rede ist von der "Fritzbox", die seit 2004 auf dem Markt und maßgeblich für den Geschäftserfolg des in Berlin beheimateten Unternehmens AVM verantwortlich ist.

Die Fritzbox reiht sich ein in eine ganze Familie von Fritz-Produkten, von denen AVM allein im Jahr 2010 knapp vier Millionen verkauft hat. In einer für den mit Akronymen, kryptischen Bezeichnungen und Wortungetümen übersäten IT-Markt klingt das nach einem ungewöhnlichen Markennamen. Zwar erinnert dieser, genauso wie die Firmenbezeichnung "AVM", die für "Audiovisuelles Marketing" steht, an alles andere als an Technik. Doch hat es die Berliner Company geschafft, die Marke "Fritz" als Synonym für fortschrittliche, einfach bedienbare Kommunikationsprodukte im Bewusstsein von Verbrauchern zu verankern (Konkurrent D-Link ist beim Versuch, vergleichbares mit der "Horstbox" zu erreichen, kläglich gescheitert).

Den Auftakt der All-in-One-Boxen aus Berlin machte im April 2004 die erste Fritzbox im roten Gehäuse, die Ethernet-Geräten den Internetzugang per DSL ermöglichte.
Den Auftakt der All-in-One-Boxen aus Berlin machte im April 2004 die erste Fritzbox im roten Gehäuse, die Ethernet-Geräten den Internetzugang per DSL ermöglichte.
Foto: AVM

Alles begann im Jahre 1995, als die damals noch junge ISDN-Digitaltechnik flächendeckend in Deutschland verfügbar wurde - und AVM mit seiner "Fritzcard" eine auf den Privatkundenmarkt zugeschnittene, preisgünstige ISDN-Steckkarte auf den Markt brachte. Darauf folgten weitere Fritzcards sowie externe "FritzX"-Geräte, Kombinationen aus ISDN-Adapter und Telefonanlage. Nachdem die Firma im Jahr 2000 schließlich den DSL-Markt mit Produkten wie einem ADSL/ISDN-Kombicontroller betreten hatten, folgte im Jahre 2004 der nächste und wahrscheinlich bedeutsamste Coup der Berliner: Die Vorstellung der Fritzbox-Produktlinie auf der CeBIT 2004, die seinerzeit mit dem Slogan "DSL-Endgeräte für Breitband-Internet" vermarktet wurde. Anhand ihrer roten Gehäuse in DIN-A5-Größe, die vom herkömmlichen graufarbenen Einerlei deutlich abwichen (später folgten blaue Gehäuse sowie OEM-Gehäusevarianten in anderen Farben und Formen), ließen sich die Vertreter dieser Gattung auf den ersten Blick identifizieren.