Große BSI-Studie

Die Gefahren durch Identitätsmissbrauch im Web

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Eine neue Studie im Auftrag des BSI beschreibt, wie Identitätsdiebstahl die Sicherheit von E-Government und E-Business unterminiert. Dagegen schützen könnte der neue elektronische Personalausweis.

Der US-Kultautor T.C. Boyle schrieb 2006 den Roman „Talk Talk". Dabei ging es um Identitätsdiebstahl, eine damals neue Verbrechensvariante in den USA. „Im Zeitalter der PINs, Codes und Passwörter verschaffen sich übelwollende Naturen Zugang zu den Konten ihrer Opfer, um sie dann Wirtstieren gleich auszusaugen und sich deren Identität überzustülpen", heißt es dazu bei Amazon. Opfer im Buch wurde die junge, schöne, gehörlose Dana Halter. Aus heiterem Himmel wird sie wegen Autodiebstahls und Drogenmissbrauchs verhaftet.

Jetzt haben sich das deutsche Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) des Themas aus wissenschaftlicher Sicht und mit deutscher Gründlichkeit angenommen. Auf 415 Seiten haben führende deutsche Experten die interdisziplinäre Studie mit dem Titel „Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch im Internet - Rechtliche und technische Aspekte" geschrieben.

Im Datenstrudel: die eigene Identität.
Im Datenstrudel: die eigene Identität.

Die Autoren der Studie sind deutsche Wissenschaftler, die führende deutsche Experten auf ihrem Gebiet sind: Professor Georg Borges von der Ruhr-Universität Bochum und Professor Carl-Friedrich Stuckenberg von der Universität des Saarlandes sowie Professor Jörg Schwenk und Christoph Wegener (beide von der Ruhr-Universität Bochum).

Die beeindruckende Studie führt detailliert aus, inwiefern Identitätsdiebstahl und Identitätsmissbrauch heute die Sicherheit von E-Government und E-Business bedrohen. Sie nimmt darüber hinaus eine detaillierte Bewertung des geltenden Rechts in Bezug auf Identitätsdiebstahl vor und zeigt die bereits erzielten Erfolge auf und weist auf neue Lösungsansätze und offene Fragen im Kampf gegen Diebstahl und Handel von digitalen Identitäten hin.