Gartner-Prognose 2020

Die Folgen vom Internet der Dinge

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Heute gibt es 2,5 Milliarden vernetzte Geräte, 2020 sollen es 30 Milliarden sein. CIOs sollten sich auf das Business-Modell "Daten sind Geld" vorbereiten.

Der US-Marktforscher Gartner unterscheidet zwei Arten von Informationstechnologie: die traditionelle IT, mit der bisher gearbeitet wird, und die non-traditionelle IT, im aktuellen Fall das Internet der Dinge. Hier sieht Gartner Wachstumspotenzial. Im Jahr 2009 waren erst zweieinhalb Milliarden Geräte vernetzt, und zwar üblicherweise Smartphones, Computer und Tablets. Für 2020 sagt Gartner eine Zahl von mehr als 30 Milliarden vernetzten Geräten voraus - und zwar nicht nur die üblichen Gadgets, sondern auch Gebrauchsgegenstände.

Die Folgen vom Internet der Dinge
Die Folgen vom Internet der Dinge
Foto: violetkaipa, Fotolia.com

Wie sehr das Internet der Dinge die Business-Welt verändert, verdeutlicht Gartner an zwei Beispielen. Das eine bietet der Sportartikelhersteller Nike. Mit seinen technisch hochgerüsteten Schuhen und Kleidung, die diverse Vitalfunktionen des Trägers überwachen kann, bewegt sich Nike in Richtung Healthcare-Industrie. Das andere Beispiel ist Google mit seiner Präsenz in modernen Autos.

Welche Anbieter profitieren

Vom Internet der Dinge profitieren folgende Hersteller: Solche, die die Hardware (also die Dinge an sich) produzieren, solche, die die Embedded Software entwickeln sowie die, die für Vernetzung/Kommunikation sorgen und alle, die Austausch, Auswertung und Analyse der Daten ermöglichen. Gartner spricht hier von den Internet-der-Dinge-Zulieferern.

Diese können bis zum Jahr 2020 mit jährlichen Umsätzen von circa 309 Milliarden US-Dollar rechnen, prophezeit Gartner. Den Löwenanteil von 80 Prozent halten Services, der kleinere Teil wird mit Hardware erwirtschaftet.

Aus Sicht jeden Unternehmens läuft die technologische Entwicklung auf eine möglichst umfassende Digitalisierung hinaus. Der CIO sollte sich am Motto "Daten sind Geld" ausrichten.

Das Internet der Dinge werde zig Millionen neuer Objekte und Sensoren brauchen, die alle ständig Daten produzieren. IT-Entscheider benötigen also Lösungen rund um Big Data und Storage. Sie haben zunehmend mit Analytics zu tun. Dave Aron, Research Vice President und Gartner Fellow, spricht von neuer digitaler Führerschaft. Digitalisierung sei keine Option oder Zusatzleistung mehr, sondern Realität.

Auf "Business Moments" reagieren

Damit verändert das Internet der Dinge nicht nur Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse, sondern auch sogenannte "Business Moments". Der Begriff umreißt die Geschwindigkeit, mit der die Geschäftswelt sich verändert, und die erforderliche Agilität eines Unternehmens. Arons Gartner-Kollege Hung LeHong illustriert das am Beispiel Hotellerie. Die großen Traditionshäuser haben sich schon darauf einstellen müssen, dass Verbraucher im Internet schnell Preise vergleichen können.

Mittlerweile müssen sie sich mit einem weiteren Trend auseinandersetzen: Verbraucher finden Gefallen daran, sich gegenseitig zu beherbergen. Über Plattformen wie AirBnB bieten Privatleute ihre Wohnungen an - eine ernsthafte Konkurrenz für Hotelliers. LeHong sagt: "Solche neuen Business Moments können jederzeit entstehen."