IT-Karriere

Die ersten Bachelors suchen Jobs

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Zwar begrüßen Vertreter der IT-Branche die neuen Studienabschlüsse, doch die Auswahl von geeigneten Bewerbern wird schwieriger.
Die Absolventen jubeln. Aber noch immer stehen viele Unternehmen dem Bachelor-Abschluss skeptisch gegenüber. (Foto: Fotolia/A. Rodriguez)
Die Absolventen jubeln. Aber noch immer stehen viele Unternehmen dem Bachelor-Abschluss skeptisch gegenüber. (Foto: Fotolia/A. Rodriguez)
Foto: Fotolia, A. Rodriguez

Die Diplomzeiten in der Informatik sind bald vorbei. Viele Hochschulabsolventen bewerben sich inzwischen mit einem Bachelor- oder Master-Abschluss in Informatik. Im Jahr 1999 beschlossen 29 europäische Bildungsminister im italienischen Bologna, ein einheitliches europäisches Hochschulsystem zu schaffen. Die zweistufigen Studienabschlüsse Bachelor und Master sollen bis 2010 Diplom und Staatsexamen ablösen.

IT-Unternehmen klagten jahrelang über die langen Studienzeiten von Informatikern und die hohen Abbrecherquoten. Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) zählte von Anfang an zu den Befürwortern des neuen Studiensystems. Mit den zweistufigen Abschlüssen entbrannte bald eine neue Diskussion: Sind die Absolventen gut genug ausgebildet, um hervorragende Arbeit zu leisten?

Stephan Pfisterer vom Bitkom in Berlin begrüßt die Neuerungen. "Ein Bachelor-Abschluss ist auf jeden Fall berufsbefähigend. Nur wenige unserer Mitgliedsunternehmen sehen die neuen Abschlüsse kritisch." Gerade in der IT-Industrie sei es wichtig, dass "Absolventen jung sind, wenn sie ins Berufsleben einsteigen".

Stephan Pfisterer, Bitkom: "Gerade in der IT ist es wichtig, dass Berufseinsteiger jung sind."
Stephan Pfisterer, Bitkom: "Gerade in der IT ist es wichtig, dass Berufseinsteiger jung sind."

Allerdings räumt Pfisterer ein, dass sich viele Fimen noch nicht mit dem neuen System beschäftigt hätten. Gerade für kleinere Anwenderunternehmen, die nur alle paar Jahre Hochschulabsolventen einstellten, werde es schwieriger, zwischen den vielen Studienabschlüssen und Hochschulen zu unterscheiden. Große Unternehmen hätten sich dagegen meistens intensiv mit dem Thema Bachelor und Master beschäftigt, so seine Beobachtung.