Von Pistolen und Einbrechern

Die Erlebnisse der Chefs, Teil 2

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Manchmal bleibt auch Managern die Luft weg. Im zweiten Teil unseres Specials erinnern sich vier Führungskräfte und eine Beraterin an außergewöhnliche Situationen im Berufsleben.

Neulich beim…Vortrag

HPI-Direktor Christoph Meinel wäre bei seinem ersten großen Vortrag in den USA am liebsten im Boden versunken.
HPI-Direktor Christoph Meinel wäre bei seinem ersten großen Vortrag in den USA am liebsten im Boden versunken.
Foto: Hasso-Plattner-Institut

Auch in Zeiten vor Powerpoint gab es schon etliche Fallstricke bei einer Präsentation. Informatikprofessor Christoph Meinel, heute Wissenschaftlicher Direktor und Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts an der Universität Potsdam, erinnert sich an seinen ersten großen Vortrag in den USA, den er vor 2500 Zuhörern halten musste: "Vorträge in dem großen Rahmen wurden Anfang der 90er Jahre mit der Projektion professionell erstellter Lichtbilder illustriert. Für meine deutsche Uni war es schon eine Herausforderung, die Lichtbilder mit meinen Meßergebnissen, den neu entwickelten Algorithmen und Beweisen zu erstellen, aber wir haben das hinbekommen. Die eigentliche Katastrophe kam dann vor Ort und war verursacht durch unterschiedliche Standards für die Lichtbildgrößen in Deutschland und den USA. Kurz vor meinem Vortrag musste ich meine Lichtbilder für die Veranstaltungstechniker in eine Karusellkassette einordnen, damit später auf Knopfdruck die Bilder auf die Leinwand projizieren werden konnten. Ich nahm die erste Kassette zur Hand, meine Lichtbilder waren zu groß. Auch in die anderen Kassetten bekam ich meine Bilder nur unter Anwendung von leichter Gewalt eingeschoben…

Dann begann mein Vortrag: Die meisten Bilder blieben im Karussell verklemmt oder kamen zum falschen Zeitpunkt, weil die Kassette mit den etwas zu großen Lichtbilder hängen blieb. Der geplante, über die Illustration aufgebaute Spannungsbogen und die präzise Dokumentation meiner Ergebnisse waren dahin und die Zuhörer mussten an meiner Eignung zweifeln. Ich wäre am liebsten im Boden versunken. Hinterher haben mir einige Zuhörer tatsächlich zum gelungenen Vortrag gratuliert - so viel zur Aufmerksamkeit von Konferenzteilnehmern."