Web

 

Die E3 wird eingedampft

01.08.2006
Die Electronic Entertainment Expo, kurz E3, wird im kommenden Juli deutlich verkleinert stattfinden.

Das haben die Mitglieder des wichtigsten Branchenverbandes Entertainment Software Assocation (ESA) beschlossen. Die Aussteller hatten die aus dem Ruder laufenden Kosten beklagt. Die E3 hatte sich in den letzten Jahren im Convention Center von Los Angeles immer weiter ausgebreitet und über 60.000 Besucher angezogen.

Für Juli 2007 wurde nun das eingedampfte "E3 Media Festival" angesetzt. Dieses solle lediglich in Konferenzräumen und Suiten von zwei Hotels stattfinden und sei für 5000 Besucher ausgelegt, erklärte ESA-President Doug Lowenstein gegenüber dem "Wall Street Journal".

Buhuhu - keine Messebabes mehr... (Foto: Gamestar)
Buhuhu - keine Messebabes mehr... (Foto: Gamestar)

Auf der glamourösen Messe hatten Spielehersteller ihre neuesten Titel auf riesigen Ständen mit oft ohrenbetäubender Beschallung präsentiert. In die Auftritte steckten sie teils Millionen von Dollar - die sich aber offenbar nicht rechneten.

Ursprünglich war die E3 vor gut zehn Jahren einmal als kleine Informationsveranstaltung für die Einkäufer großer Handelsketten gestartet. Geschäfte wurden zuletzt aber kaum noch gemacht, vielmehr ging es darum, möglichst hohe mediale Aufmerksamkeit für neue Games zu erzielen. "Einige Hersteller waren frustriert, weil die E3 zu einer so riesigen und ausufernden Veranstaltung geworden ist, dass sie kaum mehr ihre Botschaft verbreiten konnten", sagte Lowenstein.

Einige größere Publisher wie Electronic Arts (EA), Sony und Microsoft werden nun eigene Spiele-Hausmessen für die Medien und andere Teilnehmer anbieten. "Die Industrie hat sich so entwickelt, dass wir uns intimere und privatere Treffen in unterschiedlichen Umgebungen leisten können", erklärte EA-Sprecherin Tammy Schachter.

Lowenstein ergänzte, die Änderungen an der E3 stünden nicht im Zusammenhang mit dem aktuellen Durchhänger der Spielebranche. Die Konsolenhersteller führten gerade neue Generationen ihrer Geräte ein, was typischerweise mit schwächeren Verkäufen einhergehe.

Die Gamer unter unseren Lesern wird sicher der aktuelle Kommentar-Thread bei unseren Gamestar-Kollegen interessieren. (tc)