Elektronische Post

Die E-Mail ist tot, es lebe die E-Mail

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Soziale Netzwerke und Collaboration Tools sollten das Ende der E-Mail einläuten. Doch der weltweite Verkehr steigt, wie der "Email Statistics Report" der Radicati Group belegt.
Die E-Mail zeigt sich beharrlich: Die Gesamtzahl der verschickten Nachrichten wächst in den nächsten vier Jahren kontinuierlich,
Die E-Mail zeigt sich beharrlich: Die Gesamtzahl der verschickten Nachrichten wächst in den nächsten vier Jahren kontinuierlich,
Foto: Scanrail - Fotolia.com

Freunde der elektronischen Post dürften sich durch die Ergebnisse einer Studie der Radicati Group in ihrem Nutzerverhalten bestätigt fühlen. Denn die Zahlen des "Email Statistics Report" sprechen für sich: Weltweit soll die Anzahl der E-Mail-Konten bis 2016 von 3,3 Milliarden auf 4,3 Milliarden steigen, ein durchschnittlicher jährlicher Zuwachs von sechs Prozent. Dabei stellen zwar private Postfächer mit 75 Prozent weiterhin den Großteil aller Konten. Doch entgegen der Prognose, dass die Kommunikation in Unternehmen zukünftig überwiegend über Collaboration-Tools und soziale Netzwerke ablaufen wird, erwarten die Marktforscher auch einen Zuwachs bei geschäftlichen E-Mail-Konten. So soll deren Gesamtzahl von heute 850 Millionen auf rund 1,15 Milliarden steigen.

Was Kritiker der E-Mail vor allem überraschen dürfte: Gerade im Geschäftsumfeld soll der weltweite Verkehr der elektronischen Post noch schneller wachsen. Pro Tag werden heute 89 Milliarden E-Mails von Unternehmen verschickt. In den nächsten vier Jahren wird die Gesamtzahl durchschnittlich um 13 Prozent steigen. Für 2016 erwartet die Radicati Group insgesamt 146 Milliarden Nachrichten pro Tag. Bei so viel elektronischer Post bleibt allerdings das Spam-Problem bestehen. Leichte Entwarnung können die Marktforscher trotzdem geben. Das Verhältnis von Spam zum gesamten E-Mail-Aufkommen bleibt auf einem ähnlichen Niveau. Rund 15 Prozent aller Nachrichten sollen auch in vier Jahren lediglich Werbung beinhalten.

Die gemessene E-Mail-Euphorie bremst aber keineswegs andere Kommunikationskanäle. So werden Instant-Messaging-Programme wie Skype oder Google Talk weiterhin wachsen. Bis 2016 erwartet die Studie einen Anstieg auf 3,4 Milliarden Benutzerkonten. Das entspricht einem jährlichen Anstieg von sechs Prozent. Auch die Vernetzung über soziale Medien wird zunehmen. In vier Jahren könnten nach Angaben der Radicati Group bereits 4,3 Milliarden Internetnutzer Mitglied bei Facebook oder Google+ sein. Die E-Mail ist auch auf den Mobilgeräten angekommen. Im privaten wie im geschäftlichen Umfeld werden mehr E-Mails über Smartphones abgerufen. In Summe nutzen heute bereits 730 Millionen Anwender weltweit diese Option, was etwa einem Drittel der E-Mail-Nutzerschaft entspricht.