Das Smart-Universum explodiert automatisiert (Teil 2)

Die digitale Transformation braucht smarte Unterstützung

05.02.2015
Von 
Bertram Geck ist im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit als technischer Projektleiter tätig. Er greift auf mehr als 25 Jahre Erfahrung in Produktentwicklung, Produktmanagement sowie im Marketing und Vertrieb von IT-Lösungen zurück. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Steuerung von IT durch Transparenz, agile Methoden, die effiziente Integration von IT und Anwendern.
In Teil 1 dieser Artikelserie wurden die Ausblicke auf die smarte Welt des Internet of Things gezeichnet. Jetzt blicken wir auf die Maßnahmen, die zur Teilnahme an der smarten Welt notwendig sind.
Immer häufiger ist es nicht mehr der Mensch, der zum Beispiel bei Produktionsabläufen Entscheidungen trifft und Maschinen anstößt.
Immer häufiger ist es nicht mehr der Mensch, der zum Beispiel bei Produktionsabläufen Entscheidungen trifft und Maschinen anstößt.
Foto: Kovalenko Inna, Fotolia.com

Smart-Cities, Smart-Manufacturing, Smart-Cars, Smart-Home. All diese Begriffe implizieren die intelligente Erweiterung von Bereichen durch Automatisierung von bislang manuell durchgeführten Entscheidungen oder Aktivitäten. Während die verschiedenen Computer bisher allein vor sich hin gearbeitet haben, sublimiert die intelligente Erweiterung diese Abläufe durch eine Vernetzung untereinander.

Während diese Veränderungen und Trends vom Laien gerne und ohne weitere Gedanken angenommen werden, wissen Experten und erfolgreiche Unternehmer, dass sich weit mehr hinter dem Thema Internet of Things versteckt, als eine einfache Berührung des Touchscreens.

Egal ob Internet of Things, Industrie 4.0 oder Automatisierung. All dies benötigt die Vernetzung von Systemen und den Austausch von Daten. Was bringt das fortschrittlichste Schienennetz zwischen zwei Städten, wenn beide Städte unterschiedliche Wagontypen verwenden und die Schienen nicht nutzen können? Und was würde es bringen, die großen Politiker aus aller Welt an einen Tisch zu setzen, wenn Sie sich untereinander nicht verständigen könnten. Genauso wie im realen Leben ist es auch beim Internet of Things wichtig, die Schnittstellen zum Datenaustausch zu normieren, damit die richtige Interpretation stattfindet und ein Prozess erfolgreich durchgeführt werden kann.

Aus der Vergangenheit weiß man, dass es bei komplexen Protokollen keinen allumfassenden Standard geben wird, sondern immer neben einem Minimalset an Gemeinsamkeiten nur proprietäre Anteile. Deren einziger Sinn ist es, den Herstellern einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und ihre Kunden zu sichern.

Betrachtet man den Markt der BPM-Suiten zur Umsetzung von Geschäftsprozessen wird dieser Wettstreit deutlich. Um aus dem ganzen Angebot an Prozessmodellierungstools das richtige zu finden, ist es wichtig, Prioritäten zu setzen und Anforderungen zu definieren. Die Fraunhofer IESE hat sich 2014 in ihrer Business Process Management Studie damit befasst, 20 verschiedene BPM-Module miteinander zu vergleichen und die wichtigsten Aspekte zu beleuchten.

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Aufgrund der zahlreichen Schnittstellen ist es wichtig, ein Programm zu finden, welches die Integration von Anwendungen und Daten ermöglicht und über ein Modul in einer einheitlichen Schnittstelle kapselt. Hierfür stellen einige Anbieter sogenannte Adapter bereit, die als eine Art Baustein in den Prozess integriert werden können und helfen, Daten über verschiedenen Protokolle zu übertragen, zu transformieren oder zu konvertieren. Je mächtiger dabei die Auswahl an Adaptern ist, desto geringer ist später der Aufwand bei der Prozessgestaltung.

Unabhängig davon, in welchem Bereich der Austausch von Daten stattfindet, ist es wichtig, gewisse Richtlinien festzulegen und einzuhalten. Dadurch können sowohl Arbeitsabläufe als auch Prozesse effizienter und effektiver gemacht werden und auch Stärken und Schwächen erkannt und dokumentiert werden. Einige BPM-Anbieter haben hierzu spezielle Werkzeuge entwickelt, die helfen, eine Governance zu definieren und zu überwachen.

Selbst die intelligenteste Maschine oder der durchdachteste Prozess kann Fehler machen. Daher bleibt das Thema der Qualitätssicherung auch im Bereich der Prozessorganisation ein wichtiges Thema. Wie in allen anderen Bereichen gilt auch hier: je früher ein Fehler erkannt wird, desto schneller kann dieser auch behoben werden. In Computersystemen wird hierzu meist ein Debugger verwendet, der Fehler in Systemen auffindet und diagnostiziert. Viele Anbieter liefern heutzutage standardisiert ein Programm mit, um ein fehlerfreies Arbeiten zu gewährleisten.

Trotz aller Technik und IT ist und bleibt die menschliche Arbeitskraft einer der wichtigsten Bausteine überhaupt. Diese sollte nicht vergessen und bewusst in jeden Prozess mit eingebracht werden. Human Workflow Integration ist ein wichtiger Bestandteil der smarten Integration. Mitarbeiter müssen auch offline in Prozesse eingebunden werden und dennoch stets auf dem neuesten Stand gehalten werden. Dies ist beispielsweise durch die automatisierte Synchronisation der Daten mit dem Server möglich, sobald die entsprechende Person ihr mobiles Gerät wieder mit dem System verbindet.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Aspekte, die berücksichtigt werden müssten, um einen nahezu perfekten Ablauf gewährleisten zu können. Letztendlich muss jeder Unternehmer für sich selbst entscheiden, welche Unterstützung er in welchem Umfang benötigt, um sich den 'Urknall' zu nutzen zu machen und sein Unternehmen im 'Smart-Universum' damit auf die richtige Laufbahn zu bringen. Außerdem wurden in der Fraunhofer-Studie die wichtigsten Aspekte für BPM definiert und anschließend anhand einiger Anbieter untersucht.

Teil 1: Die Welt ist smart (bw)