Die deutsche Security-Szene birgt noch Potenzial

18.10.2006
Von Martin Seiler
Was das Thema Sicherheit betrifft, genießt Deutschland einen guten Ruf - es wird bloß zu wenig daraus gemacht. Es gibt jedoch Ansätze, das zu ändern.

"Stark zersplittert" - so lautet das Urteil von Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für sichere Informationstechnik (SIT) über die deutsche IT-Security-Szene. Die Expertin kritisiert, dass in der Community aus Herstellern, Forschern, Anwendern, Beratern und öffentlichen Einrichtungen "nicht alle an einem Strang ziehen" und eine Bündelung der Kräfte derzeit "nicht stattfindet". Eckert steht mit ihrer Meinung nicht allein. Spricht man Berater, Hersteller oder Analysten auf das Thema "Security made in Germany" an, dann hört man ähnliche Aussagen.

Hier lesen Sie ...

  • was die deutsche Security-Szene ausmacht;

  • worin die Stärken der hiesigen Sicherheits-Szene liegen;

  • welche Initiativen sich für die deutsche Sicherheitslandschaft stark machen;

  • welchen Stellenwert das Thema IT-Sicherheit an den Universitäten besitzt;

  • welche Hürden die Entwicklung derzeit noch bremsen.

Die Initiative "IT Security made in Germany" soll eine Plattform für deutsche Anbieter von Sicherheitslösungen sein und ihnen helfen, diese im Ausland zu vermarkten.
Die Initiative "IT Security made in Germany" soll eine Plattform für deutsche Anbieter von Sicherheitslösungen sein und ihnen helfen, diese im Ausland zu vermarkten.

So kommt es, dass im deutschen Markt US-amerikanische Security-Anbieter den Rahm abschöpfen. Allen voran bestimmen Konzerne wie Symantec oder Cisco das Geschehen. Immerhin stellt Deutschland den weltweit drittgrößten Markt für Security-Lösungen darstellt - mit guten Perspektiven: Für 2006 und 2007 erwartet die Experton Group ein jährliches Wachstum von elf Prozent auf ein Volumen von 4,5 Milliarden Euro.

Doch auch die deutschen Hersteller, sämtlich kleine und mittelständische Firmen mit einer ganz speziellen technischen Ausrichtung, sind konkurrenzfähig. Tetraguard, Kobil, Steganos oder IT-Watch sind typische Vertreter hierfür. Michaela Harlander, Geschäftsführerin des Firewall-Spezialisten Genua (Gesellschaft für Netzwerk- und Unix-Administration), beobachtet "eine lebendige Szene kleiner Anbieter, die Punktlösungen entwickelt haben und in ihren Nischen recht aktiv sind". Für Dennis Monner, CEO von Gateprotect, finden sich darunter jedoch "zu wenige, die gute Perspektiven haben". Größere, überregional oder gar international agierende Player gibt es kaum.

Firmen wie Genua, Utimaco oder Astaro bemühen sich zwar, international zu reüssieren, doch der Erfolg fällt ihnen nicht in den Schoß. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Zentrum des weltweiten Security-Markts eindeutig in den USA liegt. Hier finden die wesentlichen Fachveranstaltungen und Messen statt, hier sitzen die tonangebenden Experten vom Schlage eines Bruce Schneier, Whitfield Diffie oder Howard Schmidt. "Die Musik spielt in den USA", bringt Martin Wülfert, CEO von Utimaco, die Situation auf den Punkt.

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