Xing-Gruppe CW-Leser

Die Cloud hat ein Marketing-Problem

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Die Diskussion um das Cloud-Konzept geht oft an der Realität vorbei, monieren Experten in der Xing-Gruppe CW-Leser.

Begrifflich und institutionell alles schon mal da gewesen", schreibt der Unternehmensberater Hans-Peter Büttgenbach im Xing-Forum der Computerwoche: "Rechenzentrum, Data Center, ASP, SaaS ... Cloud." Die Wolke ist aus seiner Sicht der vorläufige Kulminationspunkt einer quasi-natürlichen Entwicklung und gewinne insbesondere wegen der Komplexität der IT und den davon abhängigen Kosten an Attraktivität.

CW-Leser Hans-Peter Büttgenbach: "Marketing- und Vertriebsaufgaben für die Cloud sind noch nicht gelöst."
CW-Leser Hans-Peter Büttgenbach: "Marketing- und Vertriebsaufgaben für die Cloud sind noch nicht gelöst."

Trotzdem ist er skeptisch, wenn es um die Marktakzeptanz von Cloud-Diensten geht: "Ich wage aber die Prognose, dass ein Geschäftsmodell wie hier beschrieben, das auf das untere Marktsegment (KMU, Selbständige, Soho etc.) zielt, scheitert, weil die Vertriebs- und Marketing-Aufgabe nicht gelöst wird oder genauer: weil die Intermediation zwischen Wolke und Handwerker nicht da ist und nicht auf einfache Art und Weise etabliert werden kann!" Hersteller und auch Service-Provider hätten heute schon hinreichend Probleme, einen "normalen" indirekten Vertrieb auf die Beine zu stellen. Die Vermarktung der Wolke ist für Büttgenbach ein Problem, für das es insbesondere im KMU-Segment keine einfachen Antworten gebe.

CW-Leser Thomas Reuner sieht eine Lücke zwischen dem Machbaren und der Realität.
CW-Leser Thomas Reuner sieht eine Lücke zwischen dem Machbaren und der Realität.

Auch Thomas Reuner, Managing Director beim Londoner Marktforschungs- und Beratungshaus tsm strategies, kritisiert den Hype um die Cloud: "Wie bei so vielen technologischen Innovationen klafft eine enorme Lücke zwischen dem vermeintlich Machbaren und der Realität (und vielleicht noch wichtiger den Strukturen) in vielen Unternehmen, die Investitionen in Technologien beeinflussen." Dabei werde die Außenwahrnehmung in entscheidendem Maße durch die Marketing-Abteilungen der großen ITK-Anbieter geprägt.

Reuner kritisiert insbesondere den Begriffswirrwarr um die Cloud: "Auch wenn ich eine andere Wortwahl vornehmen würde, ist es schwierig, nicht mit Oracle-Chef Larry Ellison übereinzustimmen, dass Cloud Computing weitgehend all das beschreibt, was die IT-Industrie ohnehin schon bereitstellt." (wh)

Hier finden Sie die ganze Diskussion.

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