CeBIT 2014

Die Big-Data-Lawine kommt ins Rollen

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Big-Data-Technologien finden langsam in den Unternehmen Verbreitung. CeBIT-Boss Oliver Frese und Bitkom-Präsident Dieter Kempf stellten vor der Presse eine Studie zum Thema vor.

Das Messethema Datability beschreibe die Fähigkeit, große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit auszuwerten und die Daten verantwortungsvoll zu nutzen. Der Begriff füge also dem Big-Data-Thema die Aspekte Verantwortung (Responsibility) und Nachhaltigkeit (Sustainability) hinzu, führte Bitkom-Sprecher Kempf aus.

Und in der Tat ist ein korrekter Umgang mit Personendaten etwas, das den Deutschen am Herzen liegt - insbesondere nach dem nicht enden wollenden NSA-Schnüffelskandal. Laut einer Bitkom-Befragung von mehr als 1000 deutschen Bürgern bekundeten 59 Prozent, die NSA-Affäre habe ihre "Haltung zur Datenverarbeitung negativ beeinflusst". 62 Prozent machen sich angesichts der rasant wachsenden Datenberge zunehmend Sorgen (Vorjahr: 50 Prozent).

Das Interesse an Big Data ist groß.
Das Interesse an Big Data ist groß.

Andererseits sagen aber auch 38 Prozent der Befragten, die schnelle Verarbeitung und Auswertung großer Datenmengen bringe ihnen persönlich Vorteile. In der vergleichbaren Befragung des Vorjahrs hatten nur 25 Prozent diese Meinung bekundet.

Entsprechend emsig bereiten sich viele Unternehmen vor. 79 Prozent haben im vergangenen Jahr laut Bitkom ihre Speicherkapazitäten ausgebaut oder hegen für 2014 konkrete Absichten. Fast die Hälfte hat zudem in Analyse-Tools investiert oder plant dies.

Aktuell nutzen laut Bitkom allerdings nur neun Prozent der Unternehmen Big-Data-Technologien, weitere 31 Prozent haben konkrete Einsatzpläne. Bei 28 Prozent gibt es zudem entsprechende Überlegungen, aber noch keine konkreten Vorhaben. Nur ein Drittel hat sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt.

Laut Bitkom unterscheiden drei Faktoren Big Data von "gewöhnlicher Datenverarbeitung". So sei die rasant steigende Datenmenge erstmals kein Begrenzungsfaktor für ihre Verarbeitung mehr. Zudem könnten Daten aus verschiedensten Quellen und in unterschiedlichsten Formaten verarbeitet werden - auch Videos und Audi-Dateien. Und schließlich könne die Verarbeitung in Höchstgeschwindigkeit, oft sogar in Echtzeit erfolgen.

Big Data erlaube das Erkennen von Zusammenhängen und Mustern, um bessere Entscheidungen für die Zukunft treffen zu können. Kempf nannte als Beispiel die Krebstherapie, wo ganz neue, individuelle Therapien entwickelt und eingesetzt werden könnten.