Teamarbeit

Die Bewertung von Slack geht durch die Decke

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Slack Technologies, das die Arbeit in Teams einfacher machen will, wird offenbar bereits mit nördlich 2 Milliarden Dollar bewertet.

Das berichtet die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Der "Fortune"-Autor Dan Primack will sogar von 2,5 Milliarden Dollar gehört haben, wie er bei Twitter schreibt. Jedenfalls laufen die Verhandlungen über die Finanzierungsrunde wohl noch und Slack wollte sie gegenüber Bloomberg auch nicht kommentieren. Slack hatte erst im vergangenen Oktober eine von KPCB und Google Ventures angeführte Runde über 120 Millionen Dollar abgeschlossen, in deren Rahmen das Startup aus Palo Alto mit 1,12 Milliarden Dollar bewertet wurde.

Slack hat natürlich auch mobile Apps für iOS und Android.
Slack hat natürlich auch mobile Apps für iOS und Android.
Foto: Slack

Mastermind hinter Slack ist Stewart Butterfield, Sohn kanadischer Hippies und eigentlich viel mehr ein Philosoph als ein Geschäftsmann. Butterfield gründete mit seiner Frau Caterina Fake den Fotodienst Flickr als "Auskoppelung" aus einem Spiel, das wirtschaftlich floppte, und verkaufte die Web-2.0-Ikone 2005 für über 20 Millionen Dollar an Yahoo. Versuchte sich später erneut erfolglos an einem weiteren Game names Glitch, von dem wiederum Slack übrigblieb. Das schließlich zum Erfolg wurde: Mehr als 500.000 täglich aktive Nutzer, Firmenkunden wie Airbnb, Ebay oder Salesforce.com, explosionsartiges und virales Wachstum.

Nur auf den ersten Blick sieht Slack aus wie ein banaler Team-Chatraum. Ein ausführlicher Bericht über Butterfield und Slack bei "WIRED" beschreibt die Chat-Funktion als "trojanisches Pferd für größere Ideen": Slack wolle die Schaltzentrale aller übrigen Business-Applikationen sein. Dazu bietet Slack eine Vielzahl an Möglichkeiten, andere populäre Services wie Dropbox, Google Apps, GitHub, Heroku, Twitter oder Zendesk (um nur einige zu nennen) zu integrieren und mit einer mächtigen universellen Suche zu durchforsten.

Ein unbegrenztes Nachrichtenarchiv und beliebig viele Integrationen kann man allerdings erst nutzen, wenn man für Slack bezahlt. Preispläne gibt es aktuell ab 6,67 Dollar pro Nutzer und Monat (bei jährlicher Zahlungsweise); Enterprise-Features wie konsolidierte Administration und Rechnungsstellung, Team-Federation und -Verzeichnis sind für Ende des Jahres avisiert. Seit kurzem gibt es einen nativen Windows-Client für Slack, alles was sonst noch wichtig ist finden Interessierte in der Einführungstour auf der Slack-Webseite.