Kostenlose Virtualisierungstools

Die besten Tools für Microsofts Hyper-V

Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Mit den richtigen Tools kann man sich den Umgang mit Microsofts Virtualisierungslösung Hyper-V deutlich erleichtern. Das Gute daran: Viele der Softwarewerkzeuge stehen kostenlos zur Verfügung.

Die Leistung von Hyper-V-Servern analysieren oder die Server einfach sichern - mit den folgenden Tools können Sie die Verwaltung ihrer virtuellen Server-Landschaft deutlich vereinfachen.

Wir haben die Tools mit Windows Server 2012/2012 R2 und Hyper-V Server 2012/2012 R2 getestet. Die meisten Anwendungen funktionieren auch mit Windows Server 2008 R2

Hyper-V-Sicherung durch PowerShell-Export

Um virtuelle Server zu sichern, greifen viele Administratoren auf den Export zurück. Diesen können Sie auch in der PowerShell über ein Skript durchführen lassen. Das ist zum Beispiel sinnvoll, wenn Sie, parallel zu einer vorhandenen Sicherung, komplette virtuelle Server eines Hosts schnell und einfach sichern und wiederherstellen wollen.

Ein solches Skript finden Sie auf Rachfahl Hyper-V-Blogs für Windows Server 2008 R2. Carsten Rachfahl ist seit vielen Jahren für sein praxisnahes Hyper-V-Know-how bekannt. Der Entwickler bietet aber auch eine neue Version für Windows Server 2012 an. Grundsätzlich funktioniert das Skript auch für Windows Server 2012 R2, wurde vom Entwickler aber noch nicht dafür freigegeben. Wollen Sie das Skript also auch mit der neuen Serverversion nutzen, sollten Sie vor dem Einsatz beim Entwickler nachfragen. Nachdem Sie das Skript heruntergeladen haben, exportieren Sie virtuelle Server mit folgender Syntax:

.\Export.ps1 -vm <Name der VM< -Exportpfad <Pfad zur Exportdatei> -verbose

Erhalten Sie eine Fehlermeldung, dass Skripte nicht erlaubt sind, dann müssen Sie die Ausführungsrichtlinie für Skripte noch deaktivieren:

Set-ExecutionPolicy Unrestricted

Achten Sie aber darauf, dass Sie diese danach wieder aktivieren, zum Beispiel auf RemoteSigned setzen: Set-ExecutionPolicy RemoteSigned. Sie können mit dem Skript auch den Status des Exports als E-Mail versenden lassen. Die Einstellungen dazu finden Sie in der Skriptdatei. Auch wenn Sie diese Funktion nicht nutzen, müssen Sie diesen Bereich zumindest auskommentieren.

Hyper-V-Sicherung: Mit einem kostenlosen Skript exportieren Sie virtuelle Server in der PowerShell.
Hyper-V-Sicherung: Mit einem kostenlosen Skript exportieren Sie virtuelle Server in der PowerShell.

Wenn Sie am Ende des Befehls noch die Option -Speichern setzen, wird eine laufende VM nach dem Export in den gespeicherten Zustand versetzt. Sie sehen in der PowerShell, welche Aktionen das Skript aktuell durchführt. Nach dem Vorgang finden Sie im Verzeichnis C:\Temp eine Protokolldatei. Der Entwickler hat das Skript so konfiguriert, dass es für jede exportierte VM und jedes Exportdatum eine eigene Protokolldatei anlegt.

In der Protokolldatei finden Sie ausführliche Informationen zu den Vorgängen. Sie können mit dem Skript auch einen Export in eine Windows-Freigabe durchführen. Dazu muss aber Windows Server 2012/2012 R2 auf dem Server installiert sein, der für die Freigabe zur Verfügung steht. Außerdem müssen Sie dem Computerkonto Leserechte auf die Freigabe geben.

Offline Virtual Machine Servicing Tool (OVSMT) 2012

Wurde ein virtueller Server heruntergefahren, besteht die Möglichkeit, Patches auf ihm zu installieren. Das bietet sich vor allem nach der Sicherung an. Haben Sie den Server gesichert, können Sie gefahrlos aktualisieren. Mit Virtual Machine Servicing Tool 2012 lassen sich virtuelle Maschinen auch dann mit Patches versorgen, wenn diese ausgeschaltet sind, zum Beispiel nach der Sicherung. Das Tool kann ausgeschaltete Server, die über den System Center Virtual Machine Manager 2012/2012 R2 angebunden sind, an die Windows Server Update Services anbinden und Patches auch offline installieren. Der Download enthält neben dem Tool auch Anleitungen und Hilfen für den Einsatz.

Hyper-V Manager - VMs schnell verwalten

Ebenfalls interessant ist die Freeware Hyper-V Manager von Jerry Orman. Das Tool wurde ursprünglich allerdings für Windows Server 2008 R2 entwickelt. In Windows Server 2012/2012 R2 können Sie Hyper-V-Manager nicht nutzen. Das Tool bindet eine kleine Kopie des Hyper-V-Managers in die Taskleiste ein. So lassen sich virtuelle Server über PCs oder Notebooks leichter verwalten.

Über das Kontextmenü erhalten Sie eine Übersicht zu den virtuellen Maschinen und können diese auch starten oder beenden. Das Tool geht davon aus, dass Hyper-V lokal installiert ist. Wollen Sie remote einen Server verwalten, müssen Sie die Datei Hyper-V Manager.exe.config bearbeiten. Fügen Sie bei der Adresse im Bereich \\.\ den Servernamen ein, zum Beispiel \\dell-srv02\. Hyper-V Manager muss nicht installiert sein, es reicht aus, wenn Sie die .exe-Datei starten. Über das Kontextmenü können Sie die installierten VMs starten, stoppen, speichern oder anhalten.

Hyper-V-Mini-Anwendung für Windows 7

Hyper-V Monitor ist eine Mini-Anwendung, mit der Sie von einer Windows-7-Arbeitsstation aus einen Blick auf Ihre Hyper-V-Server werfen können. Das Tool bietet die Möglichkeit, eine RDP-Sitzung auf den virtuellen Servern zu starten oder Konfigurationen auf ihnen vorzunehmen. Die Anwendung nutzt dazu einige Teile des Hyper-V-Managers.

Auf einen Blick: Mit einer kleinen Windows-7-Anwendung können Sie Ihre Hyper-V-Server überwachen.
Auf einen Blick: Mit einer kleinen Windows-7-Anwendung können Sie Ihre Hyper-V-Server überwachen.

Sie müssen die Remote Server Administration Tools (RSAT) installieren und die Hyper-V-Tools aus RSAT aktivieren. Laden Sie sich die Installationsdatei des Gadgets herunter und integrieren diese in Ihre Mini-Anwendungen. Starten Sie den Hyper-V Monitor, dann können Sie sich alle Hyper-V-Server sowie deren aktuellen Zustand anzeigen lassen.

In den Einstellungen des Tools geben Sie zunächst die Server an, mit denen Sie sich verbinden wollen. Zusätzlich legen Sie hier verschiedene Einstellungen fest. Alles in allem ist die Einrichtung schnell abgeschlossen. Sie können sich mit mehreren Servern verbinden und zentral über die Mini-Anwendung Server starten oder andere Verwaltungsaufgaben durchführen.

Ändern Sie den Namen der Installationsdatei ab, dann können Sie die Mini-Anwendung mehrmals installieren und auch mehrmals starten. Auf diese Weise lassen sich mehrere Hyper-V-Server verwalten. Teilweise hat die Mini-Anwendung Probleme mit Windows 7 x64. In diesem Fall kopieren Sie das Tool von C:\Programme\Hyper-V nach C:\Programme (x86)\Hyper-V.