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Cancom, Sysback, Schuster & Walther

Die besten Systemhäuser 2012

Joachim Hackmann
Als Chefreporter Online spürt Joachim Hackmann aktuelle Themen aus allen Segmenten der IT-Branche auf. Seine thematische Vorliebe gilt der IT-Servicebranche. Dazu zählen etwa Trends, Neuerungen, Produkte und Unternehmen aus den Bereichen Cloud Computing, XaaS, Offshoring und Outsourcing sowie System-Integration und Consulting. Zudem betreut er die Online-Rubrik "Mittelstand" und hält den Kontakt zur Xing-Lesergruppe.
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Über 3500 Anwender haben drei Gewinner in drei Umsatzklassen gekürt: Cancom, Sysback und Schuster & Walther sind die besten Systemhäuser 2012.
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Die diesjährige Umfrage der COMPUTERWOCHE unter Systemhauskunden hat zwei klare Sieger und ein knappes Urteil hervorgebracht. In der Klasse der großen Systemhäuser mit einem Jahresumsatz über 250 Millionen Euro distanzierte Cancom die Konkurrenz deutlich, und das Segment der kleinen Anbieter mit Jahreseinnahmen von weniger als 50 Millionen Euro dominierte einmal mehr Schuster & Walther. Einzig das Votum im Wettbewerb der mittelgroßen Häuser (50 Millionen bis 250 Millionen Euro Jahresumsatz) fiel diesmal eng aus. Hier schaffte Sysback erstmals knapp den Sprung nach ganz oben.

Die Kriterien für den Systemhaus-Award

Um eine faire Grundlage für die Award-Verleihung zu gewährleisten, werden die Ergebnisse der Umfrage unter Anwendern zur Zufriedenheit mit ihren Systemhäusern in drei Umsatzklassen ausgewertet. Als Klassifizierungsmerkmal gilt der Jahresumsatz, den die Systemhäuser 2011 in Deutschland erwirtschaftet haben. Die Systemhäuser werden folgenden Umsatzklassen zugeordnet:

  • Kleine Anbieter mit einem Jahresumsatz bis zu 50 Millionen Euro.

  • Mittelständische Systemhäuser mit Einnahmen von 50 bis 250 Millionen Euro per annum.

  • Große Dienstleister mit mehr als 250 Millionen Euro Jahresumsatz.

Damit sind zwei der drei Erstplatzierten alte Bekannte, denn Schuster & Walther sowie Cancom standen bereits im Vorjahr an der Spitze. Die Auswertung der Umfrageergebnisse zeigt dennoch einige Verschiebungen im Detail, beispielsweise scheint der Trend gebrochen, wonach große IT-Dienstleister grundsätzlich schlechter bewertet werden, zumindest wenn man die jeweiligen Umsatzklassen isoliert betrachtet. Unter den großen Systemhäusern mit Jahreseinnahmen über eine Viertelmilliarde Euro konnten auch umsatzstarke Konzerne Spitzenbewertungen erringen.

Die gleiche Entwicklung zeigt sich in der Klasse unter 50 Millionen Euro Jahresumsatz, wo ebenfalls größere Anbieter im Kundenurteil gewinnen konnten. Lediglich in der mittleren Umsatzkategorie hat die bisherige Faustregel Bestand: Je kleiner die Anbieter, desto zufriedener die Kunden - die übrigens nach wie vor auch dann ihre Gültigkeit hat, wenn sämtliche Anbieter über alle Umsatzkategorien hinweg in einen Bewertungstopf geworfen werden.

Die besten großen Systemhäuser

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Zum vierten Mal in Folge verteidigte Cancom auch in diesem Jahr mit der gegenüber 2011 leicht verbesserten Note 1,73 den ersten Platz im Gesamtklassement der größten Systemhäuser. Bechtle verzeichnete dagegen ein leicht schlechteres Urteil als im Vorjahr und rutschte vom seit Jahren angestammten zweiten auf den dritten Rang ab. Dagegen verbesserte sich die Allgeier IT Solutions im Kundenurteil von 1,92 (2011) auf 1,81 und rückte damit auf Platz zwei des Rankings vor.

Erwähnenswert ist die Aufholjagd von Comparex. Das Unternehmen hat in der Kundengunst so stark zugelegt (plus 0,18 Punkte) wie kein anderer Anbieter dieser Umsatzklasse, dennoch reichte es nicht für einen Sprung unter die Top Drei: Mit einer Gesamtnote von 2,01 belegt Comparex genau wie im Vorjahr den undankbaren vierten Platz. Auch Computacenter (Note 2,28) und T-Systems (Note 2,52) verharren trotz deutlicher Verbesserungen im Kundenurteil auf den Positionen fünf und sechs.

Zu Verschiebungen in der Umsatzklasse der Systemhaus-Schwergewichte könnte es im nächsten Jahr kommen, wenn Fritz & Macziol den Sprung über die Marke von 250 Millionen Euro Umsatz schafft. Dafür fehlten dem Haus 2011 lediglich Einnahmen in Höhe von zwei Millionen Euro. Sollte das Haus wie zuletzt wachsen, würde es im kommenden Jahr mit Cancom, Allgeier IT Solutions und Bechtle um die Systemhaus-Krone wetteifern. Mit der aktuellen Note (1,66) könnte sich Fritz & Macziol ganz vorne im Ranking einreihen.

Die besten mittelgroßen Systemhäuser

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Einstweilen tritt Fritz & Macziol noch in der mittleren Gewichtsklasse an, konnte sich mit der sehr guten Bewertung in diesem Umfeld aber nicht ganz vorne platzieren. Hier stürmte Sysback, Newcomer des Jahres 2010 und Zweitplatzierter im Jahr 2011, mit der Gesamtnote 1,23 auf Platz eins der Hitliste, dicht gefolgt von der IT-Haus GmbH (1,26). Letzterer Anbieter hat im Kundenurteil signifikant gewonnen (plus 0,47 Prozentpunkte). Lohn dieser enormen Anstrengung ist ein gewaltiger Sprung im Klassement: Das IT-Haus verbesserte sich von Platz acht auf Platz zwei. Auch der Drittplatzierte, die Profi Engineering Systems AG, hat sich in der Anwenderbewertung klar verbessert.

Die besten kleinen Systemhäuser

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Zum dritten Mal in Folge verwies Schuster & Walter die Verfolger in der Umsatzklasse bis 50 Millionen Euro auf die Plätze. Mit einer Note von 1,08 - der besten Note über alle Umsatzklassen hinweg - gilt das Unternehmen als das kundenfreundlichste der Branche. Der Abstand zum zweitbesten kleinen Systemhaus, der Krämer IT-Solutions GmbH, ist so groß, wie in keiner anderen Umsatzklasse. Krämer IT, 2010 erstmals im Ranking vertreten und damals als Newcomer des Jahres 2010 ausgezeichnet, verteidigte mit der Note 1,27 seinen im Vorjahr erreichten zweiten Platz. Advanced Unibyte fiel im dritten Jahr in Folge mit einer Note von 1,55 weiter ab (Vorjahr: 1,37). Damit musste das Haus Rang drei im Klassement an die Dualutions GmbH abtreten, die im vergangenen Jahr überhaupt zum ersten Mal den Sprung in die Wertung geschafft hatte.

Obwohl nicht auf der Auswahlliste genannt, konnte sich das IT-Systemhaus Cema als Hidden Champion platzieren. Der Newcomer hat sich damit die Teilnahme an der offiziellen Umfrage im nächsten Jahr gesichert. Technisch bedingt fließen die Ergebnisse dieses Jahr nicht in die Wertung ein.