Für Smartphones und Tablets

Die besten Social-News-Apps im Vergleich

Diego Wyllie hat Wirtschaftsinformatik an der TU München studiert und verbringt als Softwareentwickler und Fachautor viel Zeit mit Schreiben – entweder Programmcode für Web- und Mobile-Anwendungen oder Fachartikel rund um Softwarethemen.
Rund zwei Jahre nach dem Debüt der ersten Social-News-App, Flipboard für iPad, bietet der Markt zahlreiche interessante Alternativen an - und das nicht nur für das Tablet aus Cupertino.

Der Run auf mobile News-Aggregatoren und so genannte "Soziale Magazinen” ist im vollen Gange. Denn aus Flipboard, einer innovativen und herausragenden iPad-App, die den Publishing-Markt auf den Kopf gestellt hat, ist ein attraktives Marktsegment entstanden, das bei Softwareherstellern, Verlagen, High-Tech-Investoren und vor allem Endverbrauchern immer mehr Interesse weckt.

Heute gibt es bereits einige anspruchsvolle Apps, die Flipboard den Kampf angesagt haben und nun um die Gunst der mobilen Anwender buhlen, egal ob sie ein Android-Gerät nutzen, iPhone, iPad, Windows Phone, Blackberry, Kindle oder Web OS. Dazu zählen Applikationen wie "Zite” von der CNN, "News.me” von der New York Times oder "Currents”, Googles Vorstellung eines digitalen Magazines. Diese und eine Handvoll weitere News-Apps werden auf den folgenden Seiten näher beschrieben und miteinander verglichen.

1. Flipboard: Die Social-News-App, die den Ton angibt

Flipboard ist derzeit noch das Nonplusultra der Social-News-Apps.
Flipboard ist derzeit noch das Nonplusultra der Social-News-Apps.
Foto: Flipboard

Bei Flipboard handelt es sich um die Software, mit der das Konzept des "Social Magazine” erfunden wurde. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial: Inhalte aus den verschiedenen Sozialen Netzwerken werden zusammengeführt und in einem ansprechenden, schicken Magazin-Layout auf dem iPad präsentiert. Dadurch entsteht ein personalisiertes Magazin, bei dem die Interessen und Vorlieben des Anwenders in den Vordergrund gestellt werden.

Zu den Sozialen Netzwerken, die sich in die App integrieren lassen, zählen neben Twitter und Facebook auch LinkedIn, Tumblr, die Foto-Sharing-Dienste Flickr und Instagram, sowie die Musikplattform SoundCloud. Zusätzlich können beliebige RSS-Feeds eingebunden werden. Eine weitere Möglichkeit, lesenswerte Artikel auf Flipboard zu finden, bietet sich mit den Partnerseiten von Verlagen und Publikationen, die ihre Nachrichten speziell für Flipboard bereitstellen. Zwei Jahre nach dem Erscheinen der App findet man allerdings immer noch keine Inhalte aus Deutschland. Nachdem lokalisierte Flipboard-Editionen für Japan, China und Frankreich bereits veröffentlicht wurden, kann man nur hoffen, dass Deutschland bald folgt.

Eine Magazin-App wäre schließlich nicht als "social” zu bezeichnen, wenn Anwender die Inhalte nicht bequem kommentieren und mit anderen teilen könnten. Dies ist bei Flipboard besonders gut umgesetzt. So kann man während des Lesens den Artikel direkt empfehlen und gleichzeitig sehen, wie sich andere User zu dem Thema geäußert haben.

Flipboard ist als Universal-App für iPhone und iPad im App Store kostenlos erhältlich. Eine (lang erwartete) Android-Version soll nach Herstellerangaben in den kommenden Monaten folgen.

Fazit

Wer ein iPad besitzt, gerne liest und auf einem oder mehreren Sozialen Netzwerken unterwegs ist, für den ist die kostenlose Flipboard-App ein absolutes Muss. Nicht umsonst hat die Anwendung eins der begehrten Apple Design Awards als beste iPad-App erhalten.

2. Pulse News: Ernstzunehmender Flipboard-Herausforderer

Pulse News kann Flipboard in vielerlei Hinsicht das Wasser reichen.
Pulse News kann Flipboard in vielerlei Hinsicht das Wasser reichen.
Foto: Alphonso Labs

Eine der ersten Alternativen, die nach dem massiven Erfolg von Flipboard auf den Markt gekommen ist, ist die App "Pulse News”, angeboten von der Softwareschmiede Alphonso Labs aus Palo Alto, in Kalifornien. Was die Funktionalität angeht, gibt es zwischen beiden Apps kaum Unterschiede. Beide erlauben es dem User, seine Social-Media-Accounts als News-Stream umzufunktionieren und bieten ihm ein Katalog mit zahlreichen populären Magazinen und Publikationen, die von einer Redaktion ausgewählt und in verschiedenen Kategorien gruppiert werden - von Politik und Humor über Kunst und Technologie bis hin zu Unterhaltung und Mode.

Was bei Pulse besonders clever gemacht ist, ist die Präsentation der Beiträge. So werden die News-Feeds der verschiedenen Quellen innerhalb einer Kategorie untereinander aufgelistet (siehe Screenshot). Durch horizontales Scrollen lassen sich die einzelnen Nachrichten durchstöbern. Ein Tap auf einem der Vorschaubilder genügt, um den gewünschten Artikel in einem lesefreundlichen Format zu öffnen. Ähnlich wie bei Flipboard kann man hier auch per E-Mail, Twitter, Facebook, und so weiter, den Beitrag mit anderen teilen. Wer einen kostenlosen Account anlegt, kann zudem die Später-Lesen-Tools Instapaper und ReadItLater in der App nutzen.

Gegenüber Flipboard kann Pulse mit seiner Plattformunabhängigkeit punkten. Denn die App ist nicht nur für iPhone und iPad (App Store-Link), sondern auch für Android-Tablets und für die E-Book-Reader Kindle Fire und Nook erhältlich.

Fazit

Ob es Flipboard oder Pulse sein soll, ist schon fast eine reine Geschmacksfrage. Denn was die Funktionalität angeht, gibt es zwischen den beiden Alternativen kaum Unterschiede. Über UI-Design und User Experience lässt sich bekanntlich streiten. Bei beiden Apps merkt man jedenfalls, dass dabei auf jedes Detail geachtet wurde.