Was Personalprofis raten

Die besten Karrierestrategien für Bewerber und Berater

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Wie fallen Bewerber positiv auf? Welche Chancen haben SAP-Berater ohne Erfahrung? Was bringt der MBA für die Karriere? Wie funktioniert Weiterbildung im Job? Antworten gabs im Karriere-Ratgeber.
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Seit über zehn Jahren stehen im Online-Forum "Ratgeber Karriere" Personalexperten Rede und Antwort, alle zwei Wochen betreut ein anderer Personalverantwortlicher diese Plattform. Wir haben nachgeschaut, welche Fragen 2010 unsere Leser am meisten interessierten.

1. Wie fällt ein Bewerber positiv auf?

Viele Bewerber schaffen es nicht, sich beim beruflichen Neuanfang gut zu verkaufen. Nur, wer aus seinem Lebensweg eine interessante und plausible Geschichte macht, wird andere überzeugen und gewinnen um so sein zu Ziel erreichen.

Personal- und Karriereberater Sönke Clausen, Geschäftsführer der CAS Personal- und Unternehmensberatung, gibt Tipps, wie sich im Vorstellungsgespräch präsentieren sollen: "Jedes Vorstellungsgespräch unterliegt einer Vierteilung. Die Phasen verschieben sich möglicherweise je nach Gesprächsverlauf und individuellem Stil Ihres Gesprächspartners.

  1. Vorstellung der Unternehmung und Position

  2. Vorstellung des Bewerbers

  3. Fragen an den Bewerber

  4. Fragen des Bewerbers an die Unternehmung

Im Erstgespräch sollte die chronologische Vorstellung des Bewerbers nicht länger als drei bis fünf Minuten dauern. Fahren Sie fort mit stellenrelevanten Informationen. Seien Sie vorbereitet auf präzise Fragen zu den Themen Ihrer Persönlichkeitskompetenz, der sozialen, methodischen und fachlichen Kompetenz.

Personalberater Sönke Clausen: "Lassen Sie das Vorstellungsgespräch wie ein Film vor ihrem inneren Auge ablaufen."
Personalberater Sönke Clausen: "Lassen Sie das Vorstellungsgespräch wie ein Film vor ihrem inneren Auge ablaufen."

Je konkreter die vorliegenden Informationen für den Betrachter in Ihrem Lebenslauf aufbereitet sind, desto qualitativ hochwertiger wird das Bewerbungsgespräch. Es empfiehlt sich, die Projektlaufbahn beziehungsweise die Entwicklung in Umsatz- und Personalverantwortung mit kurzen Fallbeispielen vorzutragen.

Reagieren Sie auf Standardfragen mit hoher Aufmerksamkeit: Was wissen Sie über unser Unternehmen? Warum wollen Sie bei uns arbeiten? Ihre Antworten lassen Rückschlüsse auf Ihre Motivation und Ihr Informationsverhalten zu.

Bereiten Sie in jedem Fall eine Reihe von Fragen an den Interviewer vor. Er möchte einen Eindruck von Ihnen als Fragesteller bekommen. Schließen Sie mit einer gemeinsamen Vorgehensliste ab.

Interviewer und Bewerber sollten diese Gesprächsphasen im Dialog führen. Zur professionellen Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch gehört die operative und mentale Vorbereitung. Visualisieren Sie das Gespräch, also bilden Sie sich Filme und Bilder ein. Das ist eine sehr gute Vorbereitung auf wichtige Gespräche im Allgemeinen. Ihre positiven Filme programmieren Sie und bestimmen Ihr Verhalten und die Körpersprache.

Lassen Sie das Vorstellungsgespräch vor Augen positiv ablaufen und sehen Sie die Anerkennung Ihrer Leistungen und Person durch die Gesprächspartner im Voraus. Spielen Sie gedanklich die Darstellung von Kernkompetenzen an Hand der Fallbeispiele durch. Gehen Sie noch einmal visuell alle Fragen durch, die man Ihnen stellen kann.

In den vergangenen Jahren haben wir beobachtet, dass intensive Interviews via Telefon und Skype geführt werden, bevor es zu persönlichen Gesprächsterminen kommt. Die gründliche Aufbereitung von Jobprofilen führt zum schnellen Abgleich von Leistungsmerkmalen der Kandidaten und den Jobanforderungen. Der Druck auf die Arbeitgeber durch veränderte Rahmenbedingungen im Wettbewerb macht sich besonders bemerkbar auf die Risikobereitschaft bei Neueinstellungen. Der Kandidat muss in der Lage sein, seine persönlich Wertschöpfung für einen potenziellen Arbeitgeber aufzuzeigen.