Kommentar zur Apple Watch

Die Apple Watch - Digitalisierung interaktiv

Steffen Lorenz arbeitet als Principal Consultant für die Software AG Deutschland GmbH. Als Diplom-Wirtschaftsinformatiker beobachtet und bewertet er aktuelle Wirtschaftstrends, individuelle Kundenanforderungen und neueste Technologien.
Als Experte schreibt Steffen Lorenz über Lösungsstrategien zur erfolgreichen Transformation in Richtung Digitales Unternehmen.

Apple spricht davon, dass die Uhr mehr sein wird als Zeitmesser, Kommunikationsgerät und Fitness-/Gesundheits-Tracker. Das Gerät schickt sich an, seinen Nutzern das Leben in einer zunehmend digitalen Welt weiter zu erleichtern.
 Cartoon klein 12/2015 678 - "Apple Watch"
Cartoon klein 12/2015 678 - "Apple Watch"

Die Digitalisierung dringt in immer weitere Bereiche unseres täglichen Lebens vor. Immer mehr Services werden digital abgewickelt, und immer mehr Funktionen von Geräten und Produkten werden durch das Smartphone ersetzt. Flugticket, Kalendereintrag, Landkarte, Bezahlfunktion und Zugangskarte für das Hotelzimmer - alles ist auf dem Smartphone abgebildet. Was dabei manchmal noch zu kurz kommt, ist eine Möglichkeit zur einfachen und schnellen Interaktion zwischen Nutzer und Unternehmen.

Die Apple Watch unterstützt genau dieses Bedürfnis nach Interaktion und einfacher Bedienung auf der Benutzerseite, weil eben nicht mehr jedes Mal das Smartphone aus der Tasche oder dem Rucksack geholt werden muss. Mit dem neuen Gerät am Handgelenk steht ein einfacher Kanal in die digitale Welt zur Verfügung. Schnell die Brötchen beim Bäcker bezahlen - einfach die Uhr an die Kasse gehalten.
Ein Kunde soll in der Fußgängerzone auf ein Angebot eines Ladens aufmerksam gemacht werden - schnell eine Nachricht geschickt und die Vibration am Handgelenk aktiviert. Drängelei am Skilift - schnell per Knopfdruck noch eine Skiversicherung abschließen. Was für den Nutzer eine Erleichterung ist, bedeutet für Unternehmen neue Geschäftspotenziale.

Mit Apps auf dem iPhone hat Apple das Prinzip der Vereinfachung gegenüber einem normalen PC begonnen. Mit Apps auf der Apple Watch wird dieses Prinzip fortgesetzt. Wir dürfen nicht erwarten, kompliziert Abläufe am Handgelenk steuern zu können. Aber einfache und schnelle Interaktionen lassen sich prima über die Apple Watch ausführen - sofern die Konzepte dahinter ausreichend durchdacht sind. Das liegt in der Hand der Unternehmen, die Apps für dieses praktische Handgelenk-Gadget anbieten werden.

Auf der Unternehmensseite gilt es nun, die Omni-Kanal-Strategie zu überdenken und die Möglichkeiten der neuen Apple Watch und vergleichbarer Geräte sinnvoll in den Vertrieb zu integrieren. Der Fokus sollte darauf liegen, mit Interessenten oder Kunden einfach, wirkungsvoll und schnell zu kommunizieren - und zwar in beide Richtungen. Dies setzt voraus, dass Unternehmen nicht nur nette Oberflächen für Apps entwickeln. Auch im Backend muss eine leistungsfähige Infrastruktur entstehen, die maßgeschneiderte Angebote und eine unmittelbare Reaktion auf das Verhalten des Kunden erlaubt. Dann werden die neuen Geräte zu einer Bereicherung im täglichen Leben der Konsumenten und bieten eine Chance für zusätzliche Umsätze bei Unternehmen. Und Apple hat das nächste große Ding entwickelt, von dem wir vorher gar nicht wussten, dass wir es brauchen. (bw)