Support-Drohnen, Gutu oder Schwätzer

Die acht Typen von ITlern

20.05.2013 | von 
Andrea König
Andrea König lebt als freie Journalistin in Hamburg. Arbeiten von ihr wurden unter anderem in der Süddeutschen Zeitung und im Focus veröffentlicht, seit 2008 schreibt sie auch für CIO.de. Die Schwerpunkte Ihrer Arbeit für die CIO-Redaktion sind Themen rund um Karriere, soziale Netzwerke, die Zukunft der Arbeit und Buchtipps für Manager.
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Sie kennen sie alle. Den ITler, der grundsätzlich zu allem "nein" sagt. Oder den, der mit Computern viel besser umgehen kann als mit Menschen. Vielleicht erkennen Sie sich in einem der acht IT-Typen sogar selbst wieder.

Unsere amerikanische Schwesterpublikation Infoworld hat acht verschiedene Charaktere ausgemacht, die sich in jeder IT-Abteilung wiederfinden. Dan Tynan stellt die unterschiedlichen IT-Typen vor:

IT-Typ Nummer eins: das leere Hemd

Das leere Hemd arbeitet als Abteilungsmanager oder Business Analyst. Er ist sozusagen das Verbindungsglied zwischen den Managern und den Techies. Wenn Kunden vorbeikommen, sorgt er dafür, dass die Techies Abstand halten. Er ist einer von denen, die in Meetings wissentlich nicken und später bei Wikipedia das Gesprächsthema nachlesen. Es macht großen Spaß, ihm eine Technikfrage zu stellen und zu sehen, wie er sich bei der Antwort windet. Das leere Hemd hat aber durchaus seine Qualitäten. Er kann sich ausgezeichnet ausdrücken und ist so der ideale Kundenkontakt. Außerdem lernen Techies dank ihm hin und wieder Frauen kennen.

IT-Typ Nummer zwei: der furchterregende System-Administrator

Foto: Picture-Factory - Fotolia.com

Der furchterregende System-Administrator arbeitet als Netzwerk- oder Datenbank-Administrator. Die Firma braucht ihn und das weiß er. Er verbringt seine Zeit in der Regel lieber mit Maschinen als Menschen. Deshalb wird er auch "hier" schreien, wenn das Unternehmen einen Freiwilligen sucht, der am Wochenende das 48-stündige Server-Upgrade durchführt. Verscherzen sollte man es sich nicht mit ihm. Genauso wie er Ihren Computer reparieren kann, kann er auch Ihre Zugangsdaten heimlich ändern.

IT-Typ Nummer drei: die menschgewordene Straßensperre

Die menschgewordene Straßensperre arbeitet als Software-Entwickler, Unternehmens-Architekt oder System-Administrator. Egal, um welche Aufgabe oder welches Projekt es sich handelt, er sagt dazu immer das gleiche: "Das geht nicht". Dann folgt eine detaillierte Erklärung, weshalb das Projekt zu viel kostet, zu wenig leistet und warum die Realisierung viel zu lange dauern würde. Wenn die menschgewordene Straßensperre Feedback gibt, versteht man schnell die Message: Er und nur er ist der einzige Vernünftige im Raum. Sein Hobby ist Nörgeln.

IT-Typ Nummer vier: die wütende Support-Drohne

Foto: Nomad_Soul - Fotolia.com

Die wütende Support-Drohne arbeitet als Support-Techniker. Er schleppt sich von Schreibtisch zu Schreibtisch, um die Computer von Leuten zu reparieren, die seiner Zeit nicht würdig sind. Die Drohne macht das was sie von ihr verlangen und keinen Deut mehr. Das heißt, sie bekommen Ihren neuen Drucker installiert, wenn Sie darum bitten. Aber die Drohne wird danach nicht ungefragt testen, ob er auch funktioniert. Drohnen wissen eine ganze Menge über Computer, wollen ihr Wissen aber nicht mit anderen teilen.

IT-Typ Nummer fünf: der Über-Geek

Der Über-Geek arbeitet als Software-Ingenieur oder erfahrener Programmierer. Der Über-Geek personifiziert all das, was man sich klischeehaft unter einem Techie vorstellt. Er ist extrem intelligent und sehr introvertiert. Kontakt mit anderen Menschen hält er am liebsten per E-Mail oder meidet ihn völlig.

IT-Typ Nummer sechs: der Betriebssystem-Guru

Foto: Kati Neudert_shutterstock.com

Er arbeitet häufig am Help Desk, im Support oder als Programmierer. Jeder, der seine Verehrung für das Betriebssystem nicht teilt, wird mit seinen Hilferufen konsequent ignoriert. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob der Guru Apple, Windows oder Linux verfallen ist. Jedes Gespräch endet damit, warum sein Betriebssystem überlegen ist. Häufig muss der arme Guru sich dann auch noch von morgens bis abends mit den verhassten Konkurrenzprodukten beschäftigen, weil der Arbeitgeber sein Lieblingsbetriebssystem überhaupt nicht einsetzt.

IT-Typ Nummer sieben: der Versprecher

Der Versprecher arbeitet im Sales-Bereich oder in der Geschäftsentwicklung. Er verspricht ihnen einfach alles, auch irgendwelche Features, die ein Produkt eigentlich gar nicht kann. Und zwar innerhalb der nächsten sechs Monate. Er muss das Versprochene ja auch nicht selbst machen, sondern delegiert es an andere, die das Versprochene dann ausbaden müssen. Auch wenn man ihn für diese Dinge hasst, hat der Versprecher seine Qualitäten. Würde er das Team nicht so antreiben, würde es sicherlich weniger leisten.

IT-Typ Nummer acht: der Schatten

Foto: DWerner, Fotolia.de

"Nicht mein Problem, nicht mein Job, nicht mein Fehler", sagt der Schatten. Niemand weiß so genau, was der Schatten eigentlich macht. Der Schatten ist ein Experte darin, so wenig wie möglich zu tun. Wenn etwas schief läuft, zeigt der Schatten schnell mit dem Finger auf andere. Bekommt der Schatten irgendwann Management-Aufgaben übertragen, mutiert er zur menschgewordenen Straßensperre (siehe IT-Typ Nummer drei).

Dieser Artikel basiert auf einem Beitrag der CW-Schwesterpublikation CIO.de. (mhr)

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