2 neue Studien zum Web-Verhalten

Die 6 Online-Nutzertypen

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
In zwei Studien untersuchen D21 und der Münchener Kreis die Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland und der Welt und geben einen Ausblick in die Zukunft.

In der bereits dritten Neuauflage der Studie „Die digitale Gesellschaft in Deutschland – sechs Nutzertypen im Vergleich" lässt die Initiative D21 den Status der deutschen Gesellschaft auf dem Weg in die digitale Welt untersuchen. Dafür hat TNS Infratest 1.000 Telefoninterviews durchgeführt.

Ergebnis: Die Entwicklung der digitalen Gesellschaft in Deutschland stagniert. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um Datenschutz, Identitätsdiebstahl und Internetbetrug wahren die Deutschen ein distanziertes Verhältnis zu den digitalen Medien. Das Vertrauen in und der souveräne Umgang mit ihnen sind kaum gestiegen: Nach wie vor können laut Studie erst 38 Prozent der deutschen Bevölkerung als „Digital Souveräne" bezeichnet werden – das ist nur eine Steigerung um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr.

Auch gab es kaum Bewegung zwischen den sechs identifizierten Nutzergruppen. Nur der Anteil der „Digitalen Außenseiter" fiel um zwei Prozentpunkte auf 26 Prozent, während die Gruppe der „Trendnutzer" um einen Prozentpunkt auf 21 Prozent anstieg. Bei allen weiteren Gruppen („Gelegenheitsnutzer" 28 Prozent, „Berufsnutzer" sieben Prozent, „Digitale Profis" zwölf Prozent und „Digitale Avantgarde" fünf Prozent) konnten die Studienautoren keine Veränderungen messen. Somit ist noch immer der Großteil der deutschen Bevölkerung nicht Teil der digitalen Gesellschaft. Wenn man die Gruppen der „Digitalen Außenseiter", der „Gelegenheitsnutzer" und der „Berufsnutzer" zusammenfasst, gelten 62 Prozent der Gesellschaft als „Digital wenig Erreichte".

Demgegenüber stehen 38 Prozent der deutschen Bevölkerung, die laut Autoren in der digitalen Alltagswelt angekommen sind, sie sind die sogenannten „Digital Souveränen" („Trendnutzer", „Digitale Profis" und „Digitale Avantgarde").