Vorsicht, Humor

Die 30 schlechtesten IT-Witze

Alexander Freimark wechselte 2009 von der Redaktion der Computerwoche in die Freiberuflichkeit. Er schreibt für Medien und Unternehmen, sein Auftragsschwerpunkt liegt im Corporate Publishing. Dabei stehen technologische Innovationen im Fokus, aber auch der Wandel von Organisationen, Märkten und Menschen.
Früher war IT noch lustig, heute hat Humor ausgedient. Die ollen Kamellen zeigen aber, wer vor Jahrzehnten in der IT den Takt vorgegeben hat: schlechte Software, dumme Anwender und Experten, die tatsächlich stolz auf ihre Arbeit waren.

Damals – irgendwann zwischen Lochkarten und E-Commerce – war IT noch ein steter Quell der Freude. Software ging nie richtig, Bill Gates war das Feindbild, und außerhalb der Branche hat niemand kapiert, wofür IT eigentlich gut ist. Heute hat sich die Situation bis auf den letzten Punkt radikal gewandelt: Microsoft hat kein Witzemonopol mehr, Technologie ist nicht immer gleich Elektroschrott, Konzerne sind nicht mehr „evil". Der IT-Witz, wie wir ihn früher kannten, zieht nicht mehr. Er steckt in seiner vielleicht schwersten Krise.

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Allerdings muss man auch eingestehen: Früher hat man noch über jeden Mist gelacht. Solange die Abkürzung DAU erwähnt wurde. Und Vorurteile wiederholt wurden. Und Bill Windows sein Fett wegkriegte. Vista war noch mal ein Höhepunkt des Spotts, ein letztes höhnisches Aufflackern. Aber schon hier wurden alte Witz-Modelle inhaltlich an die neuen Produktnamen angepasst, was den IT-Humor nicht voranbrachte.

Rückblickend betrachtet, haben sich in den vergangenen Jahren zwei Kategorien von Branchenscherzen ausgebildet: Witze, die man nicht mehr versteht, und Witze, die nicht witzig sind (eine Schnittmenge daraus bilden Mathematiker-Witze). Zudem existieren die meisten Witze in diversen Varianten, was sie nicht wirklich lustiger macht. Das Web ist zudem voll von Scherzen, in denen die Schreibfehler mitkopiert wurden („Scott McNeely"). Das stimmt traurig, aber in fünf Jahren wird es vermutlich nicht einmal mehr auffallen.

Daher kann diese Sammlung von 30 schattigen IT-Scherzen auch als Denkmal verstanden werden – für eine Zeit, in der die IT noch DV hieß und mehr versprach, als bloß die Effizienz der Geschäftsprozesse in enger Abstimmung mit den Fachbereichen zu gewährleisten. Man sollte sie daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge lesen.