Britischer Halbleiterkonzern

Dialog Semiconductor übernimmt US-Firma Atmel

21.09.2015
Der Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor will sich mit einer milliardenschweren Übernahme in den USA verstärken.

Mit dem Management des Konkurrenten Atmel sei eine Fusionsvereinbarung geschlossen worden, wonach Dialog insgesamt rund 4,6 Milliarden US-Dollar für Atmel zahlt, teilte der Konzern am Sonntag in London mit. Wenn die Behörden zustimmen soll der Deal bereits im ersten Quartal kommenden Jahres unter Dach und Fach sein.

Zentrale von Dialog Semiconductor in Reading bei London
Zentrale von Dialog Semiconductor in Reading bei London
Foto: Dialog Semiconductor

Dialog Semiconductor, das bereits seit geraumer Zeit vom anhaltenden Boom der Smartphones und beim mobilen Datenaustausch profitiert, will die Transaktion zum Teil aus Barmitteln, einem neuen Kredit über 2,1 Milliarden Dollar und eigenen Wertpapieren bezahlen. Dabei sollen die Atmel-Aktionäre je Stammaktie 4,65 Dollar und 0,112 Anteile an einem in den USA notierten Wertpapier von Dialog Semiconductor ("American Depository Share") erhalten. Die Anzahl der Aktien von Dialog steige nach der Übernahme von etwa 81 auf etwa 130 Millionen Stück, sagte eine Sprecherin am Sonntag.

Aus der Übernahme erhofft sich das im TecDax notierte Unternehmen im Jahr 2017 einen positiven Gewinnbeitrag und rechnet zudem in einem Zeitraum von zwei Jahren mit jährlichen Kosteneinsparungen von 150 Millionen US-Dollar. Die 1984 gegründete Atmel erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,41 Milliarden US-Dollar und beschäftigt weltweit rund 5000 Mitarbeiter. Dialog Semiconductor kam 2014 auf Erlöse von rund 1,16 Milliarden Dollar.

Atmel Corporation entwirft, entwickelt, produziert und vertreibt diverse Speicher- und integrierte Schaltungen. Die Chips werden von Kunden aus diversen Branchen eingesetzt, unter anderem für Telekommunikation, Computer, Netzwerke, industrielle und militärische Anwendungen. (dpa/tc)