Neue Bundesliga-App

DFL, Sky und Springer im Clinch

08.08.2013
Die neuen Medienverträge bringen der Fußball-Bundesliga nicht nur so viel Geld wie nie zuvor, sondern auch ein unerwartetes Problem. Der Pay-TV-Sender Sky bietet eine neue App an und erzürnt die Axel Springer AG. Der Konzern droht mit rechtlichen Schritten.

Die Zeit wird knapp: Kurz vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison hat sich der Streit um die neue App des Pay-TV-Senders Sky verschärft. Der Medienkonzern Axel Springer setzt die Deutsche Fußball Liga (DFL) unter Druck und droht sogar mit einer juristischen Auseinandersetzung.

Springer-Chef Mathias Döpfner sagte am Mittwoch: "Wir sehen keinen Grund, mit Sky eine gütliche Einigung zu besprechen, sondern wir die Notwendigkeit sehen, dass die DFL die Verhältnisse klärt." Er könne sich nicht vorstellen, dass die DFL das Vorgehen von Sky akzeptiere. "Sollte das wider Erwarten doch der Fall sein, werden wir selbstverständlich alle notwendigen rechtlichen Schritte einleiten", kündigte Döpfner an.

"Es wird eine Lösung zu Saisonbeginn geben", versprach kurz danach DFL-Boss Christian Seifert. Das dürfte nicht einfach werden, denn das erste Saisonspiel bestreiten Bayern München und Borussia Mönchengladbach bereits am Freitag.

Der Stein des Anstoßes: Die neue App "Sky Sport News HD"
Der Stein des Anstoßes: Die neue App "Sky Sport News HD"

Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass Sky über ein neues App-Angebot für 4,99 Euro bereits kurz nach Spielschluss bewegte Bilder der Bundesligaspiele zeigen will. Erst eine Stunde später sind gefilmte Szenen bei Springers neuem Internetangebot "Bild plus" zu sehen. Für monatlich 7,98 Euro kann der Kunde sich sein Programm bei "Bild plus" aus mehreren Zusammenfassungen selbst zusammenstellen.

"Die DFL hat Exklusivrechte verkauft und muss diese Rechte auch liefern, und insofern ist die DFL unser Ansprechpartner", sagte der Springer-Vorstandsvorsitzende. Wenn die Sky-App direkt nach Spielschluss bewegte Bilder zeigen dürfe, entspräche dies "schlicht nicht den Verträgen, die wir mit der DFL geschlossen haben".

Falls von der DFL Rechte "sozusagen anderthalbmal verkauft worden" seien, ginge es nicht nur um Schadenersatz. Wenn es sich um Betrug handeln sollte, würde Springer "auch strafrechtliche Schritte einleiten". Döpfner schob nach: "Aber ich bin ganz sicher, dass es dazu nicht kommt, weil sich die DFL hier sicherlich rechtstreu verhalten wird."

Seifert betonte kurz danach klar: "Es sind nach unserer Auffassung weder Rechte doppelt vergeben worden, noch wird die DFL jemandem Rechte einräumen, die das Angebot eines anderen Lizenznehmers in seiner Wertigkeit berühren." Er fürchte nicht, dass es zu einer juristischen Auseinandersetzung komme.

Springer-Chef Döpfner: "Die DFL hat Exklusivrechte verkauft und muss diese Rechte auch liefern."
Springer-Chef Döpfner: "Die DFL hat Exklusivrechte verkauft und muss diese Rechte auch liefern."
Foto: Axel Springer

Nach Ansicht der Liga möchte Sky Rechte nutzen, die der Pay-TV-Sender in dieser Form nicht hat. In der Sky-App werde es "mit Zustimmung der DFL keine lineare kurze Berichterstattung zur Bundesliga geben, die die vertraglich eingeräumte Exklusivität von Rechtepaketen verletzt", hieß es dazu in einer Mitteilung: "Dies haben wir heute sowohl Axel Springer als auch Sky mitgeteilt." Offen blieb, was passiert, wenn Sky ohne die DFL-Zustimmung den Plan umsetzt.

Für die Liga ist die Angelegenheit höchst prekär. Schließlich sind die Beteiligten der größte Geldgeber der Fußball-Bundesliga und einer der bedeutendsten Medien-Konzerne des Landes, der mit "Bild" die auflagenstärkste Zeitung des Landes herausgibt. Der Pay-TV-Sender zahlt in den kommenden vier Spielzeiten für ein größeres Rechtepaket durchschnittlich 485,7 Millionen Euro pro Saison. Springer zahlt für ein erstmals ausgeschriebenes Recht pro Spielzeit geschätzte sechs Millionen, will die Zahlen aber nicht kommentieren.

Sky-Chef Brian Sullivan hatte am Dienstag erklärt, dass das Angebot für Tablets und Smartphones nicht dazu diene, der Bundesliga-App von "Bild plus" Konkurrenz zu machen. "Wir sind sicher, dass das, was wir tun, völlig in Ordnung ist." Springer und die DFL sehen das indes anders. (dpa/tc)