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Dezember

30.12.1998
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Markt für Informations- und Kommunikationstechnik wächst im Eiltempo, doch es fehlt an allen Ecken und Enden an Personal. Rund 500 000 Stellen können in Europa gegenwärtig nicht besetzt werden, im Jahr 2003 sollen es 1,2 Millionen sein. Die Europäische Union will mit attraktiveren Rahmenbedingungen für Existenzgründer einen Beitrag leisten.

Allerdings müßten sich die Eurokraten dazu in wichtigen Grundsatzfragen einig werden - und das scheint nicht der Fall zu sein. Streit gibt es um die digitale Signatur, die nach Meinung einiger Regierungen, darunter denen von Deutschland und Frankreich, per Smartcard erfolgen sollte. Andere Länder wehren sich gegen eine technische Spezifizierung in der Gesetzgebung und wollen kein Zertifizierungsverfahren vorgeschrieben sehen. Electronic Commerce in Europa scheint ein schwieriges Geschäft zu werden.

Eine bayerische Brauerei erregt Aufsehen, indem sie sich zu einer Internet-Bank wandelt. Die Rede ist von der Brauhaus Amberg AG, die nach einem Konkurs durch einen Zwangsvergleich aufgelöst worden war. Den amtlich notierten Börsenmantel kaufte die Deutsche Balaton Broker Holding, die den Geschäftszweck änderte und das virtuelle Emissionshaus Net.IPO gründete.

Gute Nachrichten melden Compaq und Digital Equipment, die bei der Fusionierung ihrer Unternehmen schneller voranschreiten als gedacht. Insgesamt sollen nun über 700 DEC-Angestellte gehen. Davon wechseln 148 zur Simac ICT GmbH, Hannover, die von DEC die Servicesparte Small and Medium Business kaufte. 556 Beschäftigte bekommen keinen neuen Job, werden aber Gerüchten zufolge sehr großzügig abgefunden.

Aus dem Data-Warehouse-Markt scheidet einer der Pioniere aus: Prism Solutions wird für rund 42 Millionen Dollar von Ardent Software geschluckt. Ardent gilt als Hai im Warehouse-Becken. Die Softwareschmiede entstand aus der Fusion von Vmark und Unidata. Sie hat bereits O2 Technology und Dovetail Software aufgekauft.

Werner Müller heißt der neue Bundeswirtschaftsminister - jetzt kennen ihn alle. Müller rät Telekom-Chef Ron Sommer, seinen Antrag auf Festlegung einer Gebühr (47,26 Mark) für den Ortsnetzanschluß zurückzuziehen. Damit ist die Entscheidung über den sogenannten entbündelten Teilnehmeranschluß erst einmal vertagt. Die Wettbewerber müssen weiter auf eine Entscheidung warten, ehe sie sich im großen Stil auf das Ortsnetzgeschäft stürzen können.

Die SAP arbeitet an der Öffnung von R/3 für die Programmiersprache Java. Gemeinsam mit der Extensible Markup Language (XML) soll Java künftig die SAP-eigene Programmiersprache „Abap“ ergänzen.

Für fünf Milliarden Dollar kauft AT&T das Global-Network-Geschäft der IBM. Dem Deal waren monatelange Spekulationen vorausgegangen, wer den Zuschlag erhalten würde. Gleichzeitig erhält IBM vom US-Carrier einen Outsourcing-Auftrag im Wert von vier Milliarden Dollar, bei dem es um den Betrieb von Rechenzentren sowie das Applikations-Management geht. Analysten halten den Deal für sinnvoll, da sich beide Hersteller nun besser auf ihr Kerngeschäft besinnen können. Offen ist allerdings noch bis weit ins nächste Jahr hinein, ob die Kartellbehörden der Übernahme zustimmen werden.