Gesellschaft für Informatik zum Wissenschaftsjahr 2014

Deutschlands digitale Köpfe ausgezeichnet

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
Als „Deutschlands digitale Köpfe“ hat eine Jury für die Gesellschaft für Informatik 39 Frauen und Männer benannt. Darunter sind Wissenschaftler, Firmengründer, Politiker und Künstler.

Was haben Lars Hinrichs (Xing-Gründer), Philipp Riederle (Social-Media-Experte), Constanze Kurz (Informatikerin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs) und Anja Feldmann (Professorin für Informatik an der TU Berlin und Leibniz-Preisträgerin) gemeinsam? Sie alle wurden jetzt als „Deutschlands digitale Köpfe“ benannt. 39 Frauen und Männer sind es insgesamt. Die Initiative der Gesellschaft für Informatik (GI) will im Wissenschaftsjahr 2014 damit besonders verdiente digitale Denker und Macher aus Deutschland hervorheben.
„Manche davon werden Sie kennen, einige von ihnen werden Ihnen noch nicht so bekannt sein“, sagte GI-Präsident Peter Liggesmeyer bei der Bekanntgabe der Namen in Berlin.

Hier die Namen aller Ausgezeichneten:

Liggesmeyer ist zugleich auch Sprecher der Jury, die die Persönlichkeiten in einem zweistufigen Verfahren aus einer Gruppe von rund 240 Nominierten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft ausgesucht hat. Die Jury bestand aus Vertretern von Verbänden und Organisationen der IT-Branche und digitalen Experten, darunter auch Michael Beilfuß, Geschäftsführer des IDG Verlags, der die „Computerwoche“ herausgibt.

„Viele Menschen schauen ständig auf ihr Smartphone. Unsere Initiative soll die Menschen dazu einladen, sich damit zu beschäftigen, wer eigentlich hinter den digitalen Erfindungen steckt“, sagte Liggesmeyer bei der Bekanntgabe. Voraussetzung für die Auszeichnung war, dass die Menschen „mit ihren Ideen und Projekten die digitale Entwicklung in Deutschland maßgeblich vorantreiben“. Die Nominierten sollen als Vorbilder auch dazu anregen, dass Jugendliche einen Beruf im MINT-Umfeld wählen.

„Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam mit den renommierten Vertretern unserer Jury eine Auswahl engagierter Persönlichkeiten treffen konnten, die eine erhebliche Bandbreite und eine spannende Vielfalt der Innovationskraft der digitalen Gesellschaft in Deutschland aufzeigen“, sagte Liggesmeyer weiter.

Politiker erhoffen sich Unterstützung

Kurze Statements über ihre Arbeit machten bei der Bekanntgabe Anja Feldmann, Professorin für Informatik aus Berlin, und Christoph Krachten, Präsident und Mitgründer des Mediakraft Networks. Stefan Müller, Staatsekretär im Ministerium für Bildung und Forschung, sagte, die „Digitalen Köpfe“ beweisen, „dass digitale Exzellenz in Deutschland Zukunft hat.“ Inwieweit neben der Ehre auch noch weitere Aufgaben warten, muss sich noch zeigen. Müller und Liggesmeyer erhoffen sich von den Genannten auch Politikberatung. „Wir wollen uns bemühen, sie als Ansprechpartner für die Politik einzubinden, etwa bei den aktuellen Fragen rund um Security, NSA und Industrie 4.0“, sagte Müller.
Anja Feldmann will das auf sich zukommen lassen. „Wir stehen sowieso ständig im Austausch mit Politik und Wirtschaft“, sagte sie. Seit Mai 2012 sitzt die Professorin im Aufsichtsrat von SAP.

Anja Feldmann, Professorin für Informatik an der Technischen Universität Berlin (Preisträgerin "Deutschlands digitale Köpfe"), Peter Liggesmeyer, Präsident der GI und Vorsitzender der Jury, Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Christoph Krachten, Präsident und Co-Founder von Mediakraft Networks (Preisträger "Deutschlands digitale Köpfe") v.l.n.r. (Copyright: Cornelia Winter, GI)
Anja Feldmann, Professorin für Informatik an der Technischen Universität Berlin (Preisträgerin "Deutschlands digitale Köpfe"), Peter Liggesmeyer, Präsident der GI und Vorsitzender der Jury, Stefan Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung und Christoph Krachten, Präsident und Co-Founder von Mediakraft Networks (Preisträger "Deutschlands digitale Köpfe") v.l.n.r. (Copyright: Cornelia Winter, GI)

Zunächst aber treffen sich die 39 digitalen Köpfe am 15. September 2014 in Berlin zu der GI-Tagung „Zukunft der digitalen Gesellschaft“. Neben der feierlichen Kür der „digitalen Köpfe“ sollen sie „Empfehlungen für Deutschlands digitale Zukunft“ erarbeiten, die dann auf der Abschlussveranstaltung des Wissenschaftsjahres Ende 2014 der Bundesregierung übergeben werden sollen.

Eröffnet wird die Tagung von Johanna Wanka, der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Ihr Ministerium förderte die „Digitale-Köpfe“-Initiative der Gesellschaft für Informatik im Rahmen des „Wissenschaftsjahres 2014 “.

Schon seit dem Jahr 2000 gibt es die „Wissenschaftsjahre“, die in jedem Jahr unter einem Schwerpunkt einer anderen Wissenschaftsdisziplin stehen. In diesem Jahr lautete es „die Digitale Gesellschaft“. Im Rahmen der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ wollen die Verantwortlichen mit verschiedenen Veranstaltungen den Austausch zwischen der Wissenschaft und der Öffentlichkeit fördern.