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Deutschland: Erster Überschuss seit der Wiedervereinigung

23.08.2007
Der Aufschwung und die Anhebung der Mehrwertsteuer sowie eine strenge Ausgabendisziplin füllen die öffentlichen Kassen.

Deutschland hat im ersten Halbjahr erstmals seit der Wiedervereinigung wieder einen Haushaltsüberschuss erzielt. Das Plus im Gesamt-Etat belief sich auf 1,2 Milliarden Euro, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Nur im zweiten Halbjahr 2000 war wegen eines Sondereffekts aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen schon einmal ein Überschuss verzeichnet worden. Damit hat Deutschland die Vorgaben der Maastrichter Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) klar eingehalten: gemessen am BIP ergab sich eine Überschussquote von 0,1 Prozent.

Deutschland könnte nach Experteneinschätzung in diesem Jahr wieder einen ausgeglichenen Staatshaushalt erreichen. Grund für die guten Zahlen im ersten Halbjahr waren nach Angaben der Statistiker vor allem die sprudelnden Einnahmen des Staates, die 5,6 Prozent höher waren als im Vorjahreszeitraum. Dank des Aufschwungs sowie der Anhebung der Mehrwertsteuer zu Jahresbeginn seien die Steuereinnahmen stark gestiegen. Zudem nahmen die Ausgaben mit 0,7 Prozent nur leicht zu. Im ersten Halbjahr 2006 war noch ein Defizit in Höhe von 23 Milliarden Euro angefallen. Deutschland hatte beim Staatshaushalt von 2002 bis 2005 durchgehend die Maastrichter Defizitgrenze überschritten und erst 2006 wieder eingehalten. (dpa/ajf)