Utimaco-Umfrage

Deutsche wollen Strafen für Datenschutz-Sünder

29.10.2008
Von Katharina Friedmann 
Nach einer Umfrage des Verschlüsselungsspezialisten Utimaco unter 1043 Bundesbürgern fordert die überwiegende Mehrheit, dass Unternehmen für Schluderei im Umgang mit persönlichen Daten bestraft werden.

Angesichts der jüngsten Datenverluste und -pannen unter anderem bei deutschen Meldeämtern, der Deutschen Telekom und dem Springer Verlag gewinnt das Thema Datenschutz offenbar auch für die hiesige Bevölkerung an Brisanz. Dafür spricht zumindest eine Umfrage, die Utimaco, Anbieter von Datensicherheitslösungen, Mitte Oktober unter 1043 Bundesbürgern in fünf deutschen Großstädten vorgenommen hat. Demnach gehen nahezu zwei Drittel (61 Prozent) der Befragten davon aus, dass es Firmen mit dem Schutz personenbezogener Informationen nicht allzu genau nehmen. Das Gros der Interviewten (82 Prozent) plädiert laut Untersuchung dafür, Unternehmen oder Behörden, die ihre Datenschutzpflichten vernachlässigen und dadurch einen Missbrauch billigend zulassen, zu bestrafen beziehungsweise zur Verantwortung zu ziehen.

Interessant: Immerhin ein gutes Drittel (35 Prozent) der Umfrageteilnehmer wähnt sich im Überblick, was die Orte betrifft, an denen ihre persönlichen Daten gespeichert sind - etwa bei Behörden und Ämtern, beim eigenen Arbeitgeber oder bei Banken und Telekommunikationsunternehmen sowie im Internet. Laut Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) ist dies jedoch unmöglich, da diese Daten in der Praxis ungefragt und oft sogar auf Basis geltender Gesetze weitergegeben würden. "Wenn über ein Drittel der Befragten trotzdem behauptet, es zu wissen, ist das ein Indiz dafür, dass die Tragweite des Datenschutzthemas und die damit verbundenen Risiken von weiten Teilen der Bevölkerung noch nicht richtig aufgenommen wurden", so der Datenschutzexperte. Wenig hilfreich seien dabei von der Politik entworfene weichgespülte Gesetze, die viel zu kurz griffen und damit nur unzureichend schützten.