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Deutsche Wertpapieraufsicht hat Infomatec im Visier

25.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Infomatec AG kommt aus den Schlagzeilen nicht mehr heraus: Nun untersucht das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) eine von dem Augsburger IT-Unternehmen nach 15 Monaten korrigierte Ad-Hoc-Mitteilung. Nach einem von der COMPUTERWOCHE in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht, der Unregelmäßigkeiten des Konzerns aufdeckte, hatte Infomatec eine im Mai 1999 herausgegebene Ad-Hoc-Meldung zu einem Großauftrag der Mobilcom AG in dieser Woche nachgebessert.

Ursprünglich hieß es, der Büdelsdorfer TK-Anbieter habe den Augsburgern einen Auftrag über 100 000 JNT-Surfstations im Wert von 55 Millionen Mark erteilt. Tatsächlich hatte sich Mobilcom jedoch lediglich zur Abnahme von 14 000 Surfstations verpflichtet, was einem Volumen von neun Millionen Mark entspricht. Auf Druck des Carriers formulierte Infomatec diese Veröffentlichung im Nachhinein um. Aufgrund technischer Probleme der gelieferten Surfstations hat Mobilcom inzwischen auch auf Wandlung des damals geschlossenen Vertrages bestanden (CW Infonet berichtete).

Die deutsche Wertpapieraufsicht überprüft nun, ob durch diese Korrektur ein rechtlicher Verstoß vorliegt. Generell müssten Aufträge, die den Aktienkurs eines Unternehmens beeinflussen könnten, per Ad-Hoc-Meldung publik gemacht werden. Auch das Scheitern eines Auftrages oder eine deutliche Volumensänderung würden unter dieses Veröffentlichungspflicht fallen. Verstöße können mit einer Bußgeldzahlung von bis zu drei Millionen Mark geahndet werden.