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Deutsche Verlage vs. Google Print

24.10.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gegen Googles "Print"-Projekt wollen die deutschen Verlage ein eigenes setzen: Auf der Buchmesse kündigte Matthias Ulmer, Projektleiter beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, eine eigene Content-Datenbank an. Dort können Verlage Bücher im Volltext hinterlegen und für Suchmaschinen und Online-Dienste zugänglich machen, ohne die Inhalte dabei aus der Hand zu geben. Längerfristig könne man auch eine eigene Suchmaschine starten oder Lesern anbieten, Bücher online "auszuleihen". "Wir wollen nicht, dass Google die Texte auf seinen Servern vorhält", sagte Ulmer in Frankfurt. "Die Verlage sollen sie behalten."

Das Modell sieht vor, dass Verlage ihre Bücher einscannen und auf eigenen Servern ablegen. Der Börsenverein kümmert sich um die Vernetzung und die Verhandlungen mit Suchmaschinen. Allerdings sei es nicht ganz einfach, die Verlage von der Bedeutung dieses Vorhabens zu überzeugen, weil viele kein Interesse an Online-Projekten hätten. Rund 100 seien aber bereits an Bord, und im kommenden April könne die erste Projektphase starten. Dann soll bereits rund die Hälfte der 100 größten deutschen Verlage mit an Bord sein.

Ulmer schätzt, dass ein Verlag pro Jahr rund 3000 Euro für den Server plus zehn Euro für jedes eingestellte Buch investieren muss. Natürlich sei es dabei nicht ausgeschlossen, dass Hacker Zugang zu den Volltexten erlangten, erklärte der Börsenvereinsmann. Das Problem des Urheberrechts sei aber Jahrhunderte alt und müsse rechtlich gelöst werden, nicht technisch. (tc)