CeBIT

Deutsche Unternehmen kommen mit SOA voran

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Allen Unkenrufen zum Trotz steigt die Bedeutung von Service-orientierten Architekturen (SOA) hierzulande, wie eine aktuelle Studie belegt.

Die Kritik von Analysten und Medien am Konzept der Service-orientierten Architektur (SOA) hält Unternehmen offenbar nicht davon ab, weiter in einschlägige Projekte zu investieren. Zu diesem Schluss kommt die Marktstudie "SOA Check 2009", die der Analyst Wolfgang Martin gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt organisiert hat. "Trotz der Analystenschelte und der Unkenrufe "SOA ist tot" ist SOA in deutschsprachigen Unternehmen quicklebendig und es werden Fortschritte gemacht", kommentieren die Autoren die Ergebnisse.

So sei die Bedeutung von SOA für die befragten Firmen kontinuierlich vom Indexwert 3,41 im Jahr 2007 auf 3,47 in 2008 und 3,6 im laufenden Jahr geklettert. Auf der Skala von 1 bis 5 steht 5 für eine "sehr große Bedeutung". Gestiegen ist der Erhebung zufolge auch der Anteil der Unternehmen, die SOA-Projekte fahren. Im Jahr 2007 gaben noch 31 Prozent der Befragten an, sich damit zu beschäftigen, 2008 waren es 36 Prozent. Im laufenden Jahr stieg der Wert auf immerhin 47 Prozent. Von den Organisationen, die SOA-Vorhaben angestoßen haben, befinden sich 15 Prozent bereits in der Endphase, 43 Prozent sind "mitten auf dem Weg" und 25 Prozent in der Anfangsphase. Etwa 18 Prozent bereiten einschlägige Projekte vor.

Hinzugelernt haben die Unternehmen der Studie zufolge in Sachen SOA-Governance. 2008 monierten die Autoren noch, gegenüber dem Vorjahr habe es diesbezüglich keinerlei Verbesserungen gegeben. In diesem Jahr jedoch sei der Anteil der Firmen, die Governance-Mechanismen eingeführt haben, von 20 auf 28 Prozent gestiegen. Zudem planten nun 66 Prozent entsprechende Maßnahmen, gegenüber 55 Prozent im vergangenen Jahr.

Verbesserungsbedarf sehen die SOA-Auguren indes beim Zielerreichungsgrad der Projekte. Hier sei der Indexwert von 2,28 im Jahr 2007 und 2,46 in 2008 lediglich auf 2,52 gestiegen. Berücksichtigt man, dass der Indexwert 5 auf einer Skala von 1 bis 5 für einen Zielerreichungsgrad von 95 Prozent steht, fällt die Erfolgsbilanz der SOA-Projekte also eher bescheiden aus.

Die Initiatoren präsentieren die Studienergebnisse heute im Forum BI/BPM auf der CeBIT (Halle 4, Stand B64). Mehr zum Thema SOA und Business-Process-Management im CW-Experten-Blog "SOA meets BPM" und auf der Informationsplattform Soa-Know-how.de. (wh)