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Deutsche Telekom und KPN beenden Gespräche über Kauf von O2

16.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der europäischen Mobilfunkbranche ist einem Zeitungsbericht zufolge eine große Übernahme gescheitert: Die Deutsche Telekom und die niederländische KPN sollen über den Kauf des britischen O2-Konzerns für bis zu 14 Milliarden Pfund (umgerechnet 20,4 Milliarden Euro) verhandelt haben. Nachdem sich die beiden Unternehmen jedoch nicht auf ein gemeinsames Angebot hätten einigen können, seien die seit Wochen andauernden Gespräche abgebrochen worden, berichtete die Londoner "Times" am Sonntag. Ein Telekom-Sprecher lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.

O2, die ehemalige Mobilfunksparte von British Telecom und Konzern- Mutter des gleichnamigen deutschen Anbieters, hat 14,6 Millionen Kunden in Großbritannien. Die Telekom verfügt dort insgesamt über 16,1 Millionen Kunden. In Deutschland ist O2 der kleinste der vier Anbieter mit 8,4 Millionen Kunden. KPN ist hierzulande mit der Nummer drei E-Plus aktiv, während die Telekom-Tochter T-Mobile der Marktführer ist.

Daher sei erwogen worden, dass die Telekom die Mehrheit am O2-Konzern inklusive des Geschäfts in Großbritannien übernimmt, die deutsche O2-Tochter aber an KPN geht, damit keine Wettbewerbsprobleme entstehen, schrieb die "Times". Die Informationen stammen offensichtlich aus dem Kreis der beratenden Investmentbanken. Im vergangenen Jahr soll bereits ein selbstständiger Übernahmevorstoß von KPN bei dem O2-Konzern an den Preisvorstellungen gescheitert sein. (dpa/tc)