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Deutsche Telekom sponsert Verdi-Mitglieder

26.09.2006
Der Deutschen Telekom droht nach einem Pressebericht neuer Ärger.

Stein des Anstoßes ist laut "Handelsblatt" eine Vereinbarung mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über einen Sozialfond, den die Deutsche Telekom mit 9,3 Millionen Euro ausstatten wolle. Das Geld soll in einen gemeinnützigen Verein fließen, den Verdi gründe. Leistungen daraus sollen ausschließlich Verdi-Mitglieder erhalten, bestätigte die Gewerkschaft dem "Handelsblatt".

Brisant an dem Vorgang sei, dass die 9,3 Millionen Euro durch einen Gehaltsverzicht der Mitarbeiter der Deutschen Telekom AG aufgebracht worden seien. Der Betrag stamme aus einem nicht ausgeschöpften Härtefallfonds. Er sei Teil eines Beschäftigungsbündnisses, bei dem die Telekom die Wochenarbeitszeit und den Lohn von etwa 100.000 Mitarbeitern um zehn Prozent gekürzt habe. Um mögliche soziale Härtefälle als Folge des Gehaltsverzichts abzufedern, sei der Fonds eingerichtet worden, in dem nun noch 9,3 Millionen Euro übrig seien.

In Unternehmenskreisen wird laut "Handelsblatt" vermutet, dass Konzernchef Kai-Uwe Ricke sich mit der Zahlung den Rückhalt von Verdi sichern will. Seit Wochen gibt es Gerüchte, der Aufsichtsrat wolle Rickes Vertrag wegen der schlechten Halbjahreszahlen womöglich nicht verlängern. Zudem heißt es in Telekom-Kreisen, der Konzern plane Entlassungen bei der Geschäftskundensparte T-Systems und wolle Verdi dafür gewinnen. Die Telekom selbst verweist darauf, dass die Gelder gemäß Tarifvertrag einem gemeinnützigen Verein zugute kommen sollen. "Falls Verdi die Gemeinnützigkeit nicht nachweisen kann, werden wir die 9,3 Millionen Euro nicht zahlen", sagte ein Sprecher. (dpa/tc)