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Deutsche Telekom rutscht wegen Abschreibungen ins Minus

07.05.2009
Die Deutsche Telekom hat wegen der bereits angekündigten Abschreibungen auf das Mobilfunkgeschäft in Großbritannien im ersten Quartal rote Zahlen geschrieben.

Erst vor zwei Wochen hatte der Bonner Konzern seine Jahresprognose wegen Problemen im ausländischen Mobilfunkgeschäft zurückgenommen. "Die Zahlen, die wir heute vorlegen, zeigen ein gemischtes Bild", räumte Telekom-Chef Rene Obermann am Donnerstag ein. Trotz des schwierigen Umfelds auf einigen Märkten stehe der Konzern aber vergleichsweise stabil da.

Telekom-Chef René Obermann auf der Hauptversammlung 2009 des Konzerns
Telekom-Chef René Obermann auf der Hauptversammlung 2009 des Konzerns

Unterm Strich verbuchte der Konzern ein Minus von 1,12 Milliarden Euro nach plus 924 Millionen Euro. Die Differenz zum Vorjahr gehe hauptsächlich auf die bereits angekündigte Wertminderung des Firmenwertes in Großbritannien in Höhe von rund 1,8 Milliarden Euro zurück. Finanzchef Timotheus Höttges hatte die Aktionäre bereits auf der Hauptversammlung vergangene Woche auf die Abschreibung vorbereitet. Diese spiegele die starke Konjunkturabkühlung und den verschärften Wettbewerb in Großbritannien wider, hieß es nun. Bereinigt um diesen Effekt habe der Überschuss 655 Millionen Euro betragen nach 750 Millionen Euro im Vorjahr. Börsianer zeigten sich wenig überrascht von den Zahlen und rechneten am Morgen mit einer leichten Erholung der Aktie. Vorbörslich stieg der Telekom-Kurs um 0,60 Prozent.

Vorläufige Zahlen bestätigt, Prognose um OTE erweitert

Die bereits veröffentlichten Zahlen für Umsatz und operativen Gewinn bestätigte das Unternehmen. Danach stieg der Erlös dank der erstmals konsolidierten griechischen Telekomgesellschaft OTE leicht auf 15,9 Milliarden Euro. Das EBITDA legte auf 4,8 Milliarden Euro zu. Ohne OTE stagnierte der Umsatz und das EBITDA ging leicht zurück. Telekom-Chef Obermann hatte bereits ein Paket von Sparmaßnahmen angekündigt. Das bereits laufende Sparprogramm brachte bis Ende März Einsparungen von 4,4 Milliarden Euro. Nach früheren Aussagen will Obermann bis 2010 bis zu 4,7 Milliarden Euro einsparen.

Die vor zwei Wochen gesenkte Prognose wurde um OTE angepasst: Nach der Gewinnwarnung sollte das EBITDA gegenüber dem Vorjahreswert von 19,5 Milliarden Euro um zwei bis vier Prozent zurückgehen. Von der im 1. Februar konsolidierten OTE erwartet die Telekom nun 2009 zusätzlich einen EBITDA-Beitrag von 2,0 Milliarden Euro. Zum Free Cashflow soll die neue Beteiligung 600 Millionen Euro beitragen, der damit 2009 bei insgesamt 7,0 Milliarden Euro liegen soll.