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Deutsche Telekom legt Halbjahresbericht vor

30.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Deutsche Telekom hat im ersten Halbjahr 2000 ihren Konzernüberschuss mit 4,35 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr um 357 Prozent gesteigert. Als Gewinn je Aktie erzielte der Bonner Carrier 1,44 Euro gegenüber 0,35 Euro im ersten Halbjahr 1999. Bereinigt um Sondereinflüsse wie den Verkauf der Beteiligung an Global One ging der Überschuss jedoch um 0,2 auf 0,7 Milliarden Euro zurück. Der Umsatz belief sich in den abgelaufenen sechs Monaten auf 19,2 Milliarden Euro (1. Halbjahr 1999: 16,7 Milliarden Euro).

Telekom-Chef Ron Sommer erklärte den Rückgang des bereinigten Nettoergebnisses vor allem mit den hohen Akquisitionskosten für die Neukundengewinnung im Bereich Mobilfunk, gerade bei Geräten mit Prepaid-Karten. Allerdings hätten diese Investitionen sich in Bezug auf die Kundenzahl der Konzerntochter T-Mobile gelohnt: Im In- und Ausland habe man die Teilnehmerzahl um sieben auf 23 Millionen gesteigert. Das sind 44 Prozent mehr als zum Jahresende 1999 und rund 100 Prozent mehr als zur Mitte des vergangenen Jahres. Das deutsche T-D1-Netz verzeichne mit 4,3 Millionen Kunden 47 Prozent mehr Mitglieder als noch vor sechs Monaten. Aufgrund der erstmaligen Konsolidierung des britischen Carriers One-2-One sei der Mobilfunkumsatz im ersten Halbjahr um 100 Prozent gestiegen.

Auch die Telekom-Tochter T-Online konnte mit einem starken Umsatzwachstum aufwarten: Dieser stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 1999 um 59 Prozent auf 325 Millionen Euro. Am Donnerstag wird der Online-Dienst seine Zahlen gesondert veröffentlichen. Die Kundenzahl von T-Online kletterte gegenüber dem Jahresende 1999 um 1,8 auf sechs Millionen. Mehr als eine halbe Million der Teilnehmer komme inzwischen aus dem Ausland, hieß es.

Auf der gestrigen Pressekonferenz bemühte sich Telekom-Chef Sommer, die durch den stetig fallenden Kurs der T-Aktie nervösen Anleger zu beruhigen. Das Ziel des Unternehmens liege zwar langfristig in der weiteren Globalisierung des TK-Konzerns, kurzfristig gehe es jedoch um die Integration der "gewaltigen Wachstumsschübe". Damit nahm der Manager Bezug auf die kursierenden Spekulationen, wonach der deutsche Ex-Monopolist nach den geplanten Übernahmen der US-Carrier Voicestream und Powertel bereits weitere Investitionen im Auge habe. Zudem rechtfertigte Sommer die Ausgaben von 8,5 Milliarden Euro für den Erwerb einer deutschen UMTS-Lizenz. Dabei handele es sich um eine "Eintrittskarte in einen Megamarkt mit enormen Perspektiven". Er berief sich auf eine aktuelle Studie, die in zehn Jahren von 80 Millionen Mobilfunkanschlüssen in Deutschland ausgeht; dabei handele es sich zu fast 100 Prozent um UMTS-Anschlüsse.

Die Telekom-Aktie schloss gestern bei 44,7 Euro. Am Mittwoch wurde sie gegen 16.00 Uhr bei 43,65 Euro gehandelt.