Fitness-Tracker

Deutsche sehen Gesundheitsdaten-Tracking von Versicherern skeptisch

21.01.2015
Die Deutschen sehen die Weitergabe von persönlichen Gesundheitsdaten, die über ein Tracking-Gadget ermittelt werden, an Krankenkassen oder -Versicherer skeptisch. Viele befürchten dadurch höhere Kosten bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes oder ein Missbrauch ihrer Daten für andere Zwecke.
Mit zunehmender Verbreitung von Fitness-Trackern (Bild: Jawbone UP3) interessieren sich auch Versicheurngen für die Daten.
Mit zunehmender Verbreitung von Fitness-Trackern (Bild: Jawbone UP3) interessieren sich auch Versicheurngen für die Daten.
Foto: Jawbone

Wenn für sie dabei etwas herauspringt, sind manche Anwender durchaus bereit, ihre von Tracking-Geräten wie Fitness-Armbändern oderSmartwatches ermittelten persönlichen Gesundheitsdaten an ihre Krankenversicherung weiterzuleiten. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von YouGov, die im Dezember vergangenen Jahres unter 1.000 Personen. Dabei ging es unter anderem um folgende Fragen: Was sind die Motive der Nutzer, um ihre Gesundheitsdaten weiterzugeben, und was sind Barrieren, die einer solchen Weitergabe im Wege stehen? Welche Gegenleistungen seitens der Krankenversicherung erwarten sie für die Weitergabe ihrer persönlichen Daten? Und welche Geräte und Anbieter bevorzugen die Nutzer?

Das Ergebnis der YouGov-Umfrage: Etwa jeder dritte Befragte (32 Prozent) kann sich grundsätzlich vorstellen, gesundheits- und Fitness-bezogene Daten zu messen und mit der Krankenversicherung zu teilen, um dadurch Vorteile zu erhalten. Für 39 Prozent kommt das nicht in Frage. 41 Prozent mindestens eine Gesundheits-App auf ihrem Smartphone installiert, drei Viertel (75 Prozent) von ihnen nutzen diese sogar. Die hauptsächlichen Gründe für die selbstständige Messung von Körperfunktionen sehen die Verbraucher darin, einen Überblick über das eigene Verhalten, eine höhere Verhaltenskontrolle und ein schnelleres Feedback vom eigenen Körper zu erhalten.

Im Vergleich zu Sportartikelherstellern oder Internetunternehmen haben Verbraucher das größte Vertrauen in Gesundheits-Apps von Krankenkassen, berichten die Studienautoren. Immerhin sieben Prozent nutzten Gesundheits-Apps von einer Krankenkasse bzw. eines -versicherers. Als gewünschte Gegenleistung nannten die Umfrageteilnehmer am häufigsten Beitragsersparnisse oder Gutscheine für privatärztliche Leistungen, teilweise auch Gutscheine für Wellness- bzw. Fitness-Wochenenden oder Punktegutschriften auf Kundenkarten wie etwa von Payback oder Miles&More. Die Mehrheit der Befragten (73 Prozent) äußerte die Sorge, dass bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes plötzlich mehr als vorher für die Krankenversicherung bezahlt werden müsste. Rund drei Viertel (81 Prozent) befürchten, dass die einmal erfassten Daten auch für andere Zwecke verwendet werden.

Die Axa-Versicherung in Frankreich bietet beispielsweise ihren Kunden ein verhaltensbasiertes Tarifmodell mit Self-Tracking über eine Samsung-Smartwatch an, und auch andere Versicherungen wie etwa die Generali arbeiten an vergleichbaren Produkten.

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