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Deutsche Plattenfirmen sind weltweite VMI-Vorreiter

09.02.2006
Immer mehr große Plattenfirmen optimieren ihre CD-Verkäufe über Ketten wie Saturn oder Media Markt mittels Software für das Vendor Managed Inventory (VMI).

Solche Lösungen - oft auch mit Efficient Consumer Response bezeichnet - kommen beispielweise von SAP, Arvato oder JDA. Sie funktionieren im Wesentlichen gleich: Zunächst wird aufgrund historischer Erfahrungen ein für eine Filiale möglichst optimales Sortiment erstellt. Nach dem Start verfolgt die Software die Verkäufe und lernt die Vorlieben der Käufer kennen. Dann optimiert sie entsprechend die Gestaltung des Sortiments.

Beim Indie-Label Edel wurde zunächst das eigene Programm verschiedenen Genres zugeordnet und nach Verkaufserfolg sortiert. Neben der individuellen Anpassung an die Filialen lassen sich noch Schwerpunkte wie Weihnachten oder Dance einpflegen. Berücksichtigt wird dabei etwa auch, dass manche Künstler nicht in eine bestimmte Region passen. "Bei einigen Märkten haben wir 50 Prozent der Katalogtitel ausgetauscht", zitiert die "Financial Times Deutschland" den Edel-Manager Timo Steinberg.

Auch Universal Music und Sony BMG setzen solche Systeme ein. Alle haben ihre Retourenquote gesenkt und den Umsatz im Vergleich zu nicht angeschlossenen Filialen teilweise deutlich gesteigert. Die deutschen Firmen(töchter) sind derzeit weltweit Vorreiter beim Einsatz von VMI. Universal und Sony dürften den Einsatz wohl auch in anderen Ländern ins Auge fassen, Edel will seine Expertise sogar anderen Firmen als Service verkaufen. (tc)