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Deutsche Online-Broker bekommen Konkurrenz

09.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der zweitgrößte US-Internet-Broker E-Trade hat trotz des derzeit schwierigen Marktumfeldes den Sprung nach Deutschland gewagt. Seit gestern können Kunden unter www.etrade.de auf die Finanzdienstleistungen der amerikanischen Online-Bank zugreifen. Das neue Angebot sei speziell auf die Bedürfnisse deutscher Anleger zugeschnitten, versprach der Vorstandschef von E-Trade Deutschland, Torsten Zibell. Sein ehrgeiziges Ziel: Innerhalb von 24 Monaten soll das Finanzportal schwarze Zahlen schreiben und sich in zwei bis drei Jahren zu einer der führenden Direktbanken in Deutschland gemausert haben. Kooperationen mit Wettbewerbern im Markt seien nicht geplant, sagte Zimbell. Allerdings werde E-Trade die Möglichkeit von Übernahmen prüfen, wenn sich die Gelegenheit dazu biete.

Der Start des Online-Portals fällt in eine Zeit, in der die Konkurrenten hierzulande mit erheblichen Umsatz- und Gewinneinbrüchen zu kämpfen haben. Darüber hinaus wird es für sie zunehmend schwieriger, neue Kunden zu gewinnen. Zibell dagegen erachtet den Zeitpunkt für den Markteintritt als sehr günstig: Die Aktienmärkte hätten ihre Tiefpunkte erreicht; damit steige die Bereitschaft der Anleger, wieder stärker zu investieren.

In einem ersten Schritt will E-Trade zunächst die Gruppe der aktiven Anleger für sich gewinnen, die das Unternehmen bereits kennen, so Zibell. Zu den geplanten Kunden- und Kontenzahlen machte er allerdings keine Angaben. "Unser Anspruch ist im Augenblick nicht, exorbitante Kontenzahlen zu generieren", räumte er ein. Weitaus wichtiger für den Erfolg sei, wie aktiv sich die Kunden verhielten.

E-Trade hat nach eigenen Angaben weltweit etwa vier Millionen Kunden und ist nach dem deutschen Launch nun in zwölf Ländern auf vier Kontinenten vertreten. (jw)